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Mittwoch, 4. März 2009

US-Boys mit sieben Olympiateilnehmern in Elbeschwimmhalle

Elbeschwimmhalle Magdeburg: Deutschlands Männer testen gegen USA

Von Wolfgang Philipps und Ralf Fischbach
Das DSV-Team möchte das erste Länderspiel in 2009 gewinnen. Foto: Ralf Fischbach

Das DSV-Team möchte das erste Länderspiel in 2009 gewinnen. Foto: Ralf Fischbach

Magdeburg. Deutschlands Männer werden sich im WM-Jahr auch weiterhin nur mit der Weltelite messen: Neben den „Pflichtspielen“ in der Weltliga sowie dem Freundschaftsspiel gegen Olympiasieger Ungarn in Brandenburg trifft die Sieben von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) heute Abend in Magdeburg zum Abschluß eines dreitägigen gemeinsamen Lehrgangs in Berlin auf den Olympiazweiten USA, der mit immerhin sieben Medaillengewinnern von Peking angereist ist. Auch Vogtland-Wasserball wird live vor Ort sein und umfangreich berichten.

Die Veranstaltung in der als reine Schwimmsportarena konzipierten Magdeburger Elbeschwimmhalle beginnt um 19.30 Uhr, und dürfte das Wasserballinteressierte Publikum aus Ostdeutschalnd sich in Scharen locken. Auch Vogtland-Wasserball wird live vor Ort sein und umfangreich berichten.

Lehrgang wie auch Länderspiel werden von den US-Amerikanern in jedem Fall ernst genommen: „Am Sonntag wollten die Amerikaner kein Trainingsspiel gegen uns machen“, berichtete Teammanager Michael Zellmer (Hannover) aus Berlin. Aufgrund der zahlreichen Auslandsprofis reiste das Team in Etappen an, andere Akteure kämpften noch mit der Zeitumstellung, doch das Aufgebot für das heutige Duell in Magdeburg kann sich sehen lassen: Zwar fehlt mit Torjäger Tony Azevedo von Euro-League-Finalist Jug Dubrovnik (Kroatien), der WM-Torschützenkönig von 2007, doch US-Coach Terry Schroeder, spielstarker Rivale von Bundestrainer Hagen Stamm zu dessen glanzvollen Zeiten als Aktiver in den 80er Jahren, wird immer noch sieben Olympiateilnehmer von Peking ins Wasser schicken.

Die USA hatten bei den Olympischen Spielen in Peking (China) den Deutschen im letzten Vorrundenspiel nicht nur den Einzug in die Medaillenrunde verwehrt, sondern anschließend mit einem 10:5-Halbfinalsieg gegen Serbien erstmals seit 1988 auch wieder den sensationellen Einzug in das Endspiel geschafft. Dort unterlagen sie aber den Ungarn.

US-Wasserballer sind in Europa derzeit gefragter denn je: Merril Moses als bester Torhüter des Olympiaturniers verdient beispielsweise in der spielstarken transnationalen Adria-Liga bei VK Šibenik (Kroatien) sein Geld, wo auch Centerverteidiger Jessie Smith bei Montenegros Ex-Meister Jadran Herceg Novi unter Vertrag ist. Linkshänder Peter Varellas wirft in der spielstarken italienischen Liga beim Tabellenzweiten RN Savona seine Treffer.

Sportlich muss Bundestrainer Hagen Stamm mit dem Ausfall von Olympiateilnehmer Marko Savic (Spandau 04) eine Hiobsbotschaft verkraften, was den Countdown für die Weltmeisterschaft in Rom (Italien) wieder ein Stück steiniger macht, zumal der gebürtige Serbe eine feste Größe im DSV-Team ist. Dennoch wollen sich die Deutschen für die schmerzhafte 7:8-Niederlage beim Olympiaturnier revanchieren, die damals den greifbaren Einzug in die Medaillenrunde kostete und dann das deutsche Team richtig absacken lies.

Die deutsche Nationalmannschaft der Männer hat zur Vorbereitung auf das am 10. März in Moskau anstehende dritte Vorrundenspiel der diesjährigen Weltliga gegen Gastgeber Rußland von Sonntag an einen hochkarätigen Sparringspartner zu Gast: In Berlin trainierte die Sieben von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) bis heute gemeinsam mit dem amtierenden Olympiazweiten in großer Besetzung. Heute folgt mit einem 16er-Aufgebot das offizielle Länderspiel, das um 19.30 Uhr in der imposanten Elbeschwimmhalle startet.

Die Maßnahme kam gerade recht: „Die neu in den Kader aufgerückten Spieler sollen dieses Trainingslager noch einmal dazu nutzen, die rauhe, internationale Wasserballluft kennenzulernen und wichtige Erfahrungen für die weiteren Höhepunkte in diesem Jahr zu sammeln“, nennt Bundestrainer Hagen Stamm eines der Ziele dieser Maßnahme.

Bei diesem Match wird mit dem 18jährigen Hannes Schulz (OSC Potsdam) voraussichtlich auch erstmals seit der Wiedervereinigung ein Spieler aus einen Klub aus den neuen Bundesländern im Aufgebot des DSV-Auswahl stehen und wohl sein Länderspieldebüt feiern.

Fehlen werden bei dieser Maßnahme der jüngst am Knie operierte etatmäßige Kapitän Sören Mackeben (Spandau 04), Centerverteidiger Julian Real (ASC Duisburg) aus schulischen Gründen, Italien-Legionär Heiko Nossek (RN Sori) und auch Marko Savic (Spandau). Die medizinische Abteilung des DSV-Aufgebots vermutet beim gebürtige Serben einen Bandscheibenvorfall.

„Wie werden auf jeden Fall ein MRT machen lassen“, verdeutlichte Teammanager Michael Zellmer. Hingegen wird der Routinier Tobias Kreuzmann (ASC Duisburg) für das Spiel in Magdeburg erstmals in diesem Jahr wieder ins Team zurückkehren.

Die Fans können sich auf ein interessantes Spiel freuen, zumal Deutschlands alte Wasserball-Metropole Magdeburg nicht zum ersten Mal Gastgeber für die Stamm-Sieben ist: 2007 gastierte direkt vor dem WM-Turnier in Melbourne (Australien) der amtierende Olympiasieger und spätere Vizeweltmeister Ungarn mit dem Männer- wie auch dem Frauenteam zu einer regelrechten Wasserball-Gala in der Elbeschwimmhalle.

Im Frühjahr 2008 konnte sich das deutsche Aufgebot kurz vor dem Olympiaqualifikationsturnier in Oradea (Rumänien) ebenfalls in Magdeburg mit dem späteren Europameister Montenegro messen, damals allerdings in der Halle an der Großen Diesdorfer Straße. Auch dieses Mal läuft die Vorbereitung gut: „Die Veranstalter haben bereits im Vorverkauf über 500 Karten abgesetzt“, berichtete Zellmer, der jetzt auch auf den ersten Sieg der DSV-Auswahl im WM-Jahr 2009 hofft.

Magdeburgs Hannes Koch: „Weil die Zuschauerresonanz so groß war und diese Sportereignisse den Charakter von Events hatten, haben wir auch diesmal den Zuschlag vom Deutschen Schwimm Verband (DSV) für die Ausrichtung erhalten.“

Team Deutschland

Roger Kong, Florian Naroska, Erik Bukowski, Marko Stamm, Marc Politze, Moritz Oeler, Andreas Schlotterbeck, Fabian Schroedter, Tobias Preuss, Tobias Gietz (alle Wasserfreunde Spandau 04), Tobias Kreuzmann, Tim-Ole Fischer, Paul Schüler (alle ASC Duisburg) Ingo Pickert (SG W98/Waspo Hannover) und Hannes Schulz (OSC Potsdam).
Trainer: Hagen Stamm, Teammanager: Michael Zellmer, Fitness-Trainer: Marc Nicolaus, Torwart-Trainer: Alexander Tchigir, Physiotherapeut: Steffen Gniesmer

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