Michael Zellmer: WM-Zug nach Rom noch nicht abgefahren
Vogtland-Wasserball im Interview mit Nationalmannschaftsteammanager
Duisburg. Das Weltligaspiel in Duisburg ist gespielt und wurde nur ganz knapp mit 6:8 verloren, die DWL der Männer hat ihr Spielsystem geändert, der Supercup soll im September in Berlin für die international tätigen Vereine wieder aus der Taufe gehoben werden und die WM im italienischen Rom im Sommer rückt immer näher. Für die Macher von Vogtland-Wasserball.de genug Themen, um mit dem seit Januar aktiven neuen Teammanager Michel Zellmer über das Männer-Nationalteam und seine Ziele zu sprechen.
Vogtland-Wasserball: Herr Zellmer, vom Torhüterposten des Nationalteams auf dem Managerstuhl der Truppe, wie geht das?
Michael Zellmer: Der Posten hat sich angeboten. Nach zwölf Jahren in der Nationalmannschaft stellte sich mir die Frage, wie kann ich helfen und nun habe ich meinen Platz gefunden. Ich habe mich gut eingelebt, obwohl es nicht nur spätes Aufstehen und Kaffeetrinken beinhaltet. Habe mir in den letzten drei Monaten ein neues Netzwerk aufgebaut und dabei viele positive Erfahrungen gesammelt. Es ist schon eine echte Herausforderung, dieser Job.
Vogtland-Wasserball: Wie muss man sich das Tagesgeschäft eines Teammanagers vorstellen und von wo aus koordinieren Sie alles?
Michael Zellmer: Mein Büro ist in Hannover, wo ich mit PC und Handy, meine Arbeit gestallte. Ich musste Kontakte knüpfen und beleben, der Veranstaltungen absichern und in der Perspektive auch weitere Konzepte erarbeiten, wie wir den Wasserball in Deutschland sportlich weiter voranbringen. Unterm Strich müssen wir erfolgreich sein. Zudem spiele ich ja noch in der DWL in Hannover.
Vogtland-Wasserball: Gestern Abend ging es in Duisburg in der Weltliga gegen Spanien zur Sache. Was hatten Sie sich denn gewünscht?
Michael Zellmer: Eigentlich einen Erfolg unseres Teams. Aber da unsere Mannschaft die jüngsten Vergleiche immer wieder mit “neuem Gesicht” gespielt hat, verkauften sich die Jungs drei Viertel nicht schlecht. Für die 800 Zuschauer in der ausverkauften Halle war es aber auf alle Fälle ein toller Event – auch wenn wir am Ende knapp verloren haben.
Vogtland-Wasserball: Nachdem jüngst durch Hagen Stamm in Moskau und Hannover einige „junge Wilde“ dabei waren, hatten Sie und Hagen Stamm für Duisburg personell bis auf Paul Schüler und Julian Real wieder auf die erfahrene Karte, sprich erfahrene Spieler gesetzt?
Michael Zellmer: Zum einen sollen ja auch die Alteingesessenen ihre Chance bekommen. So wie gestern Tobias Kreuzmann oder Heiko Nossek, der in 2009 das erste Mal wieder dabei war. Da müssen dann die Jüngeren zurückstecken. Zum anderen haben wir auch in naher Zukunft wieder junge Leute dabei. Vor allem bei den Lehrgängen, wo wir sie auf Herz und Nieren testen können.
Vogtland-Wasserball: Da stellt sich fast zwangsläufig die Frage nach dem Warum? Taugen die jüngst getesteten Spieler nichts?
Michael Zellmer: Nein, nein – das ist kein Maßstab und auch kein Zeichen, dass der WM-Zug abgefahren ist. Es gibt immer wieder drei, vier vakante Plätze. Bis zum Sommer, die WM wird in Rom vom 18. Juli bis 2. August gespielt, ist noch für alle Spieler genügend Zeit entspreche Leistungen zu zeigen, in der Liga und im Nationalteam und sich so anzubieten.
Vogtland-Wasserball: Welche Höhepunkte stehen außer den zwei Länderspielen der Weltliga in Esslingen und Berlin für die Fans heuer noch auf dem Plan?
Michael Zellmer: Im Juli in ein Trainingslager in Westdeutschland mit zwei Spielen gegen Australien geplant. Da gibt es auch wieder Einsatzchancen
Vogtland-Wasserball: Wann wird das WM-Aufgebot benannt, wird es da Überraschungen geben und welcher Platz ist für die „DSV-Sieben“ möglich?
Michael Zellmer: Wir wollen mit einem großen Kader die Vorbereitung starten, der etwa 18 Umfassen. Dazu spielen wir ja noch den Unicum-Cup in Budapest. Danach, am 10. oder 11. Juli wissen wir mehr, dann sollte das Aufgebot stehen. Ziel ist auf jeden Fall das Erreichen des Viertelfinals, und dann ist in den K.o.-Spielen alles möglich. Da spielen auch das Losglück und die Tagesform eine Rolle.
Vogtland-Wasserball: Eine knifflige Frage: Wie kommt der deutsche Fan an Karten?
Michael Zellmer: Das ist die ganz große Frage: Ich werde versuchen, einen Fanclub Deutschland zu initiieren. Mit Gleichgesinnten in Rom sein, im gleichen Hotel zu wohnen und da auch Karten anzubieten ist das Ziel. In 14 Tagen nehme ich das konkreter in Angriff. Die Durchführung muss ich dann sicher weitergeben, vielleicht an einen ehemaligen Nationalspieler vor Ort.
Vogtland-Wasserball: Die außerordentliche DWL-Tagung in Hannover hat das „Italienisches Modell“ im Grundsatz bestätigt – wie finden Sie die Lösung und kommt sie auch der Männer-Nationalmannschaft entgegen, die so mehr gefordert wird?
Michael Zellmer: Das Modell ist okay. Ich bin der Meinung, dass der Modus aber keinen Einfluss auf die Nationalmannschaftleistungen hat. Die DWL ist heuer spanend, aber nicht immer hochklassig. Mit Spandau und Duisburg geben nur zwei Teams den Ton an. Mit der Nationalmannschaft an der Weltliga teilzunehmen, bringt uns da auf jeden Fall deutlich mehr voran.
Vogtland-Wasserball: Dann dürfte auch der Supercup, der im September in Berlin wieder neu ausgespielt wird, durch Sie ähnlich betrachtet werden?
Michael Zellmer: Ja so ist es. Er ist klar als Vorbereitung für die international spielenden Vereine zu betrachten, zumal der Termin am Ende der Saison für die Nationalmannschaft liegt. Uns hilft das nicht wirklich, wobei internationale Spiele für den Einzelnen, und eben auch die Nationalspieler, sicher hilfreich sind.
Vogtland-Wasserball: Eine persönliche Frage: Wie finden Sie Vogtland-Wasserball?
Michael Zellmer: Ein sehr schönes Portal, dass sich durch eine große Informationsvielfalt auszeichnet und eine tolle Ergänzung zu Waterpolo World darstellt. Gerade die Jugend bekommt hier den Raum, den sie braucht. Ich bin froh, dass es die Plattform gibt, zumal sie uns bei der Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Wasserball deutschlandweit unterstützt.
Vogtland-Wasserball: Letzte Frage, was verspricht sich die Fachgruppe Wasserball im DSV von einem Lizenzierungsverfahren für die Zukunft in der DWL?
Michael Zellmer: Da bin ich im Augenblick nicht der richtige Ansprechpartner. Ich habe mich da nicht eingemischt. Aber man wird schauen müssen, wie sich die Verantwortlichen im DSV so etwas in Zukunft vorstellen.






















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