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Der Live Ticker aktualisiert sich ca. alle 5 Sekunden von selber. Es muss nicht die ganze Seite aktualisiert werden.
Donnerstag, 14. Mai 2009

Schlotterbecks Gala reicht zum Sieg gegen Russland

Weltliga, Herren: Sechtes Spiel bringt zweiten Sieg

Von Ralf Fischbach (mit PM von MZ und ww)

Der Center war heute der Torgarant: Andreas Schlotterbeck traf gleich viermal gegen Rußland. Foto: Wolfgang Philipps

Der Center war heute der Torgarant: Andreas Schlotterbeck traf gleich viermal gegen Rußland. Foto: Wolfgang Philipps

Esslingen. Im abschließenden 6. und letzten Vorrundenspiel der diesjährigen Wasserball-Weltliga hat das Deutsche Wasserballnationalteam mit dem 11:10-Heimsieg (3:2,2:3,4:2,2:3) gegen Russland in Esslingen den ersten Heimsieg eingefahren. Vor 1070 Zuschauern im trotz des Regenwetters sehr gut gefüllten Freibad des SSV Esslingen konnten das Deutsche Team sich bis zur Mitte des letzten Viertels auf 11:7 absetzen, bevor die Russen mit ihrer Schlussoffensive das Match in den letzten Sekunden noch einmal spannend gestalteten. Bester deutscher Schütze war Andreas Schlotterbeck (Wasserfreunde Spandau 04) der viermal traf.

Höhepunkt im Freibad auf der Neckarinsel war allerdings die Verabschiedung des früheren Spielführers Steffen Dierolf (SSV Esslingen), der vor heimischer Kulisse für seine erfolgreichen elf Jahre in der Nationalmannschaft nicht nur geehrt wurde, sondern auch noch einmal zum Anschwimmen ins Wasser durfte.

Auch danach lief es weiter gut: Die mit nur mit sechs Olympiateilnehmern aufgelaufene DSV-Auswahl, so wenig wie noch seit 2004, startete vor 1100 Zuschauern im Esslinger Vereinsbad mit einer 2:0-Führung (4.), allerdings ging es in einer spannenden Partie dann doch mit einem 5:5-Unentschieden in die Halbzeitpause. Doch im dritten Abschnitt drehte die deutsche Sieben richtig auf: Zweimal Schlotterbeck, Marko Savic und Tobias Gietz bescherten der Sieben von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) eine 9:5-Führung (23.) und ließen diese auf Siegeskurs einschwenken.

Vor dem Schlußabschnitt stand es 9:7 für die Hausherren, und zwei weitere Treffer nach einem Doppelschlag von Florian Naroska und erneut Andreas Schlotterbeck sorgten wieder für eine 11:7-Führung (26.). Der zweite klare deutsche Sieg gegen den Premierengewinner von 2002 schien damit sicher, doch zwei Strafwürfe in den letzten 78 Sekunden machten die Partie noch einmal spannend: So kam Rußland 47 Sekunden vor dem Ende noch einmal auf 10:11 heran, doch eine bis zur Schlußsirene ausgespielte Überzahl – aber ohne Tor – sicherte den 2. Weltliga-Sieg des laufenden Jahres.

„Letztendlich war es eine hervorragende Leistung von meinem jungen Team, wobei uns ein Leistungseinbruch wie in den letzten vier Minuten des Spiels zukünftig nicht wieder passieren darf“, resümierte der glückliche Bundestrainer Hagen Stamm nach dem Match. Besonders Centerspieler Andreas Schlotterbeck (Wfr. Spandau 04) erwischte am Dienstag einen Glanztag und hatte mit vier Treffern einen Löwenanteil am letztendlich souveränen Sieg des Deutschen Teams, der nur duch die Schwächeperiode knapper ausfiel, als erwartet.

Die deutschen Herren belegen nach diesem Sieg abschließend den dritten Platz in der Europagruppe 3 der Weltliga und konnten sich damit aber nicht für das Finalturnier der besten acht Nationen qualifizieren. „Die Qualifikation für das Finalturnier hatten wir in unserer Vorbereitung für die anstehende WM in Rom auch nicht eingeplant, da wir den Schwerpunkt der diesjährigen Weltliga auf die Integration unserer jungen Nachwuchsspieler gelegt haben“, gab sich Teammanager Michael Zellmer mit dem Abschneiden seiner Männer zufrieden: „Die Jungs haben in allen sechs Weltligaspielen gezeigt, dass sie mit den Spitzenteams der Welt mithalten können.“

Das mag so gegen Spanien und Rußlann zutreffen, gegen Kroatien war das aber nicht der Fall. Gerade in Berlin vergangene Woche vergaben die Deutschen beim 5:11 ein duchaus besseres Resulat, da sie beim Überzahlspiel und im Abshluss viel zu sehr sündigten und beste Möglichkeiten ungenutzt liesen. Da zeigte sich, dass Weltmeister Kroatien aus einem anderem Holz geschnitzt ist. Die wenigen Chancen, die sie sich immer wieder erspielten, nutzen sie eiskalt, und wenn Tim-Ole Fischer, der drei Viertel stark hielt und dann bis zu seinem Wuranfall Kong Platz machte, im Kasten nicht so einen guten Tag gehabt hätte, hätte es in der Schöneberger Schwimmhalle sicher ein Debakel gegeben. Da hatte man nie das Gefühl, dass die Deutschen auch nur in die Nähe eines Unentschieden kommen würden. Da traf Zellmers Einschätzung sicher nicht zu.

Team Deutschland

Tor: Tim-Ole Fischer (ASC Duisburg), Roger Kong (Wfr. Spandau 04),
Feld: Florian Naroska (1 Tor), Erik Bukowski, Marko Savic (2 Tore), Marko Stamm, Marc Politze (2 Tore), Tobias Gietz (1 Tor), Moritz Oeler, Andreas Schlotterbeck (4 Tore), Tobias Preuss (Wfr. Spandau 04), Paul Schüler (ASC Duisburg), Ingo Pickert (1 Tor/SG W98/Waspo Hannover)
Trainer: Hagen Stamm. Torwarttrainer: Alexander Tchigir. Teammanager: Michael Zellmer.
Spielort: Inselbad Esslingen.
Schiedsrichter: Srdjan Miskovic, Franulovic.
Beobachter: Niculae Firoiu.
Zuschauer: 1100.
Mehr unter: www.waterpolo-world.com

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