Fachwart Wasserball weist Einspruch zurück
Ewald Voigt-Rademacher sieht in einem älteren DSV-Urteil die Probleme
Dielheim/Düsseldorf/Hannover. Wasserballwart Ewald Voigt-Rademacher (Dielheim) hat dem Protest von der Endrunde des Deutschen Pokals der Jugend C von den White Sharks Hannover und Spandau 04 Berlin wegen des unerlaubten Einsatzes eines jungen Spielers aus Ungarn in den Reihen von dem späteren Pokalsieger Düsseldorfer SC in zweiter Instanz nicht abgeholfen, sondern zurückgewiesen. Er folgt aber dabei nicht unbedingt der Begründung in erster Instanz von Turnierleiter Dietmar Nechcial, der sich auf Paragraf 28 WB berief, sondern geht noch einen Schritt weiter.

An dem Ungar Tamás Sedlmayer entzündet sich der Protest in Düsseldorf. Foto: Budapesti Vasutas Sport Club
Er erinnerte im Gespräch mit Vogtland-Wasserball.de an ein Urteil des DSV-Schiedsgerichtes, wonach auch ein ausländischer Spieler im Herrenbereich in Hannover aktiv war, und seine Anweisung, alle Spiele gegen Hannover damals als verloren zu werten, vom DSV-Schiedsgericht später wieder anders gewertet wurden (dieses Urteil liegt Vogtland-Wasserball nicht vor!). Und jetzt liege der Fall ähnlich: Der junge Spieler aus Düsseldorf mit ungarischer Nationalität hatte beim Endturnier einen gültigen Pass gehabt, und wenn er diesen habe, sei er generell spielberechtigt, interpretiert Vogt-Rademacher das Urteil auch in diesem Fall so. „Dabei ist es nicht mehr relevant, dass dieser Pass möglicherweise unter falschen Angaben erschlichen wurde“, verdeutlicht Voigt-Rademacher mit Blick auf das alte Urteil im damaligen DWL-Bereich der Herren. Eine „böswillige Aktion“ sei dem Vorstand/Verantwortlichen des Düsseldorfer SC unter diesem Aspekt wohl nicht nachzuweisen – das sei das generelle Problem, meint der Fachwart. Er hätte gerne anders entschieden, aber ihm seien da die Hände gebunden.
Hingegen ist schon wenige Tage nach dem Bekanntwerden im ungarischen Verband eben dieser Spieler – Tamás Sedlmayer – sofort gesperrt wurden. Zumal nach verschiedenen Recherchen bekannt wurde, dass erst wenige Tage vor dem Pokalendturnier der C in Düsseldorf, er auch in Ungarn in der Meisterschaft aktiv gewesen ist, was wiederum ein klarer Verstoß auch gegen die deutsche WB sei, wonach ein Spieler nicht zwei nationale Meisterschaften bestreiten könne.
Damit ist wohl auch die Ankündigung von Düsseldorfs Trainer Sebastian Berthold Schall und Rauch, den Pokal und die Medaillen, die man in Düsseldorf erhalten hatte, an den DSV zurückzugeben und so den schweren Fehler einzuräumen. Berthold hatte sich zudem bei den Verantwortlichen der anderen zwei betroffenen Vereine wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Proteste und der Erkenntnis, das Tamás Sedlmayer auch in Ungarn gespielt hat, für den Fehler, ein Erststartrecht beantragt zu haben und das gesamte Dilema entschuldigt. Das bestätigte er jüngst auch im Gespräch mit Vogtland-Wasserball. de Voigt-Rademacher bestätige vor wenigen Tagen, dass bisher bei ihm keine Medaillen eingetroffen seien.
Auch wenn der Wasserballwart die nun entstehende Empörung an der Basis und den Vereinen Verstehen könne, und es für den deutschen Nachwuchswasserball sicher ein falsches Zeichen sei, seien ihm faktisch die Hände gebunden. Er wolle aber ab sofort die DSV-Geschäftsstelle (Passwesen) anweisen, dass künftig nicht voreilig Erstausstellungen von Pässen mit Spielern anderer als der deutschen Nationalität getätigt werden, zumal wenn nicht zuvor mit den Verbänden des jeweiligen Herkunftslandes Kontakt aufgenommen wurden und recherchiert wurden sei, ob derjenige auch wirklich in Deutschland spielberechtigt sei.
Indes kündigte der 2. Vorsitzende und Trainer der White Sharks Hannover, Michael Barthels an, dass man die Einsprüche „weiter durchfechten“ werde. Es dürfe niemand glauben, dass man so einen offensichtlichen Betrug totschweigen oder aussitzen könne. Es könne nicht sein, dass bereits im Jugendwasserball Lug und Trug alle Türen geöffnet seien. Er bestätigte nochmals, dass man erst nach dem Turnier eine echte Chance gehabt habe, nachzuweisen, dass der junge Ungar zu Unrecht gespielt habe. „Woher sollten wir denn auch vorher wissen, wer alles im Düsseldorfer Team spielt, und erst danach habe man Recherchieren und die „volle Wahrheit ans Licht bringen können…“ Nun werde man weitere rechtliche Schritte ergreifen. Die DSV-Antwort sei im Sinne des deutschen Jugendwasserballs nicht akzeptabel.



















Auch wenn der SC Düsseldorf den Pokal abgeben müsste, könnten diese dies jedoch nicht machen, denn der Pokal ist bis heute noch nicht im Besitz der Düsseldorfer. Vielleicht hat ja der nette Hannover Verein den C-Jugend Pokal nicht abgegeben? Eigentlich muss der Verein den Pokal während der Siegerehrung überreicht bekommen. Doch irgendwas ist wohl nicht richtig gelaufen?!?…