Titel geht erstmals im Fünf-Meter-Werfen an Serbien
WM-Finale: Serbien – Spanien 14:13 (3:2, 0:0, 1:2, 2:2/1:1, 0:0, 7:6)

Traf im Finale sieben Mal, holte aber trotzdem nur Silber: Spaniens Xavier Garcia. Foto: Henk Swinkels
Die letzte Partie auf der Wasserball-Anlage fand vor ausverkauften Rängen statt, wobei einige Anhänger der Finalisten keine Karten mehr bekommen hatte. Spanien war mit fünf Siegen in das Finale eingezogen und hatte in der Vorrunde auch Serbien verdient 11:9 geschlagen. Die Spieler vom Balkan waren dagegen nur mit 3:3 Punkten gestartet, schalteten in den K.o.-Spielen aber nacheinander Gastgeber Italien, Olympiasieger Ungarn und Titelverteidiger Kroatien aus und ließen nun die Krönung folgen.
In der stets knappen und von Beginn an hart umkämpften Partie lagen die seit der zweiten Partie mit nur zwölf Spielern angetretenen Serben mit ihrem starken Torhüter Slobodan Soro zumeist in Führung, wobei im Offensivspiel erneut Dejan Udovicic und Filip Filipovic die entscheidenden Akteure waren. Nach einem 4:4-Zwischenstand vor dem letzten Viertel bescherten Filipovic und Center Dusko Pijetlovic den Serben eine 6:4-Führung (28.), doch zwei Treffer von Linkshänder Xavier Garcia, der letzte elf Sekunden dem Abpfiff, sorgten nach 2003 und 2007 erneut für eine Verlängerung in einem WM-Finale.
In der Verlängerung bescherte Guillermo Molina, bester Spieler des WM-Turniers 2007, bereits nach 44 Sekunden die einzige Führung der Spanier in diesem Endspiel, allerdings glich Nikola Radjen mit Beginn der 35. Minute zum 7:7 aus. Da weitere Treffer ausblieben, wurde erstmals in der Geschichte von FINA-Weltmeisterschaften der Titelträger in einem Strafwurfwerfen gekürt. Damit war es zugleich nach dem legendären Endspiel 1986 in Madrid, als sich Jugoslawien in der vierten Verlängerung gegen Italien durchsetzte und erstmals Weltmeister wurde, das seitdem längste WM-Finale aller Zeiten.
Die Entscheidung im Foro Italico fiel jeweils bei zwei Fehlschüssen bei den ersten fünf Würfen, und dann im neunten der nun einzeln ausgetragenen Durchgänge: Hier scheiterte Blai Mallarach auch mit seinem zweiten Fünfmeter an Serbiens Torhüter Slobodan Zoro. Serbien musste davor bereits dreimal nachziehen, doch Milan Aleksic behielt abermals die Nerven und ließen das nach Peking neuformierte Team von der Donau kräftig jubeln.
In der anschließenden Pressekonferenz hob Serbiens Trainer Dejan Udovicic die Vorzüge des neuen Teams hervor und wollte von den zurückgetretenen Stars der Vergangenheit wie Vladimir Vujasinovic, Aleksandar Sapic, Denis Sefik oder Dejan Savic nichts mehr wissen. „Wir leben in der Gegenwart“, sagte der erstmals mit der WM-Krone bedachte Trainer aus Belgrad, der nach eigenem Bekunden mit dem festen Ziel nach Rom gekommen war, Weltmeister zu werden. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, konnte er ein altbekanntes, aber bekanntlich schwer um zusetzendes Erfolgsrezept anführen.
Alle abschließenden Ergebnisse der Männer gibt es hier!
Finale, Männer:
Serbien - Spanien 14:13 (3:2, 0:0, 1:2, 2:2/1:1, 0:0, 7:6) nach Fünfmeterwerfen
Serbien: Soro – Avramovi?, Goci?, Udovi?i? 5/2, Gak, D. Pjetlovi? 1, Niki?, Aleksi? 2/2, Ra?en 1, Filipovi? 4/2, Prlainovi? 1/1, G Pjetlovi?. Trainer: Dejan Udovi?i?.
Spanien: Aguilar – M Garcia, Martin, Mallarach, Molina 3/1, Minguell, Gallego, Espanol 2/2, X Valles, F Perrone 1/1, I Perez, X Garcia 7/3, D Lopez. Trainer: Rafael Aguilar
Spielort: Foro Italico, Rom
Schiedsrichter: Mark Koganov, Boris Margeta
Beobachter: Bill Frady
Zuschauer: 5300
Perönliche Fehler: 12/12


















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