Einer Meisterschaftsfavoriten kommt ins Schwäbische
DWL- Hauptrunde A: Esslingen empfängt Vizemeister – Derby in Duisburg

Das neu formierte Team des SSV Esslingen steht vor einer ganz schweren Heimaufgabe. Foto: Marcus Strudel
Esslingen. Keine leichte Aufgabe erwartet den SSV Esslingen bei seiner Heimpremiere in der Saison 2009/10 der Deutschen Wasserball-Liga. Mit dem ASC Duisburg kommt der amtierende Vizemeister ins Untertürkheimer Inselbad. Dass der ASC Duisburg zu den stärksten Teams der Liga zählt, ist zweifellos bekannt. Waren es doch immer wieder die Westdeutschen, die noch am ehesten Rekordmeister Spandau 04 Paroli bieten konnten. Anpfiff ist am Samstagabend um 18 Uhr im Untertürkheimer Inselbad in Stuttgart. In Duisburg empfängt zudem der Neuling SV 98 den SV Krefeld 72.
In den zurückliegenden Spielzeiten wurde in einer Umfrage unter den DWL-Vereinen stets Spandau 04 Berlin ohne Gegenstimme zum Meisterkandidaten Nrummer 1 gewählt. Vor der letzten Samstag begonnen DWL-Saison 2009/10 war dies anders. „Nur“ noch elf Vereine tippen auf die Berliner, fünf dagegen nennen den ASC Duisburg als ihren Meisterschaftsfavoriten. Ein Grund dafür mag sein, dass die Spandauer ihren Kapitän Marc Politze nach Italien ziehen lassen mussten, in erster Linie liegt es aber wohl daran, dass sich der ASCD mit dem Ungarn Gabor Egedi und Nationalspieler Tobias Gietz im Gegensatz zur abgelaufenen Saison weiter verstärken konnten.
Zumal die Duisburger schon eine gute Mannschaft besitzen. So waren unter der Woche beim Weltligaspiel der deutschen Nationalmannschaft in Italien (6:11-Niederlage) die vier ASC-Spieler Tim-Ole Fischer (Torwart), Tobias Kreuzmann (1 Tor), Paul Schüler (2) und Till Rohe im Einsatz.
Daher ist auch die Einschätzung von SSV-Cheftrainer Patrick Weissinger verständlich: „Duisburg hat weiter aufgerüstet, mit dem Ziel, Deutscher Meister zu werden. Wir werden versuchen, unser Spiel zu finden und konstant und kontrolliert zu spielen.“ Beim ersten Saisonauftritt am vergangenen Wochenende in Berlin beim amtierenden Deutschen Meister Spandau 04 ist dies nur im ersten Viertel der Partie (3:3) gelungen, danach brachen bei den Esslingern alle Dämme (6:24).
„Unser Ziel ist es, vier Viertel konzentriert zu spielen und nicht nur phasenweise“, führt der Trainer seine Vorstellungen weiter aus. Nur dann könnte ein ähnlich spannendes Spiel wie im März zustande kommen, als die Esslinger Wasserballer die Duisburger bei der 10:11-Heimniederlage an den Rand eines Punktverlustes bringen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Duisburger ebenso wie die Spandauer bereits durch diverse Europapokalspiele eingespielt sind, was die Aufgabe für den SSV Esslingen nicht leichter machen wird.
Die junge Esslinger Mannschaft, deren Durchschnittsalter am kommenden Samstag gerade mal 22 Jahre betragen wird, hofft auf zahlreiche Unterstützung der eigenen Fans. Denn wie zuletzt beim Gewinn der Deutschen A-Jugend Meisterschaft zu sehen war, wird mit der richtigen Atmosphäre im Schwimmstadion jedes Wasserballspiel zum Event.
Spannung vor diesem Derby ist somit also garantiert
Am Samstag steigt für den Duisburger SV 98 das erste Heimspiel. Zum DWL-Heimauftakt gibt es sofort ein Derby; zu Gast ist im Schwimmstadion zu Duisburg die Mannschaft des linksrheinischen Nachbarn SV Krefeld 72. Spielbeginn ist um 16 Uhr.
Nach dem Auftaktsieg auswärts gegen den ASC Brandenburg steht mit SV Krefeld 72 nun ein ganz anderes Kaliber an Gegner an, konnte der SVK doch am ersten Spieltag ein starken und ungefährdeten 13:6-Heimsieg gegen Mitaufsteiger SV Cannstatt landen. Zudem hat die noch junge Mannschaft aus Krefeld auch schon in der letzten Saison streckenweise für Furore gesorgt und eine gute Endplatzierung in der DWL belegt.
“Der Auftaktsieg gegen Brandenburg war für uns sehr wichtig!”, so Trainer Christian Koke. “Zwei Punkte zum Auftakt stärken das Selbstvertrauen, was gerade in einem Derby gegen diesen Gegner von großer Bedeutung ist. Krefeld 72 ist eine starke, schnelle und junge Mannschaft, die sich im Laufe der letzten Jahre in der DWL etabliert und stetig weiter entwickelt hat.”
Doch dennoch ist der DSV 98 nicht unbedingt Außenseiter: Im Vorbereitungsturnier vor gut fünf Wochen gab es bereits ein Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Das Spiel endete zwar 12:11 für SV Krefeld 72, dennoch konnte der DSV 98, zu dieser Zeit noch nicht in gewünschter Form, das gesamte Spiel über mithalten und hatte am Ende sogar noch den Sieg oder zumindest ein Unentschieden auf der Hand.
“Ich erwarte ein spannendes Spiel”, so Koke weiter. “Mit einer starken und als Mannschaft geschlossenen Leistung, in der jeder einzelne Spieler für jeden und für das Team alles gibt, haben wir gegen Krefeld eine gute Chance! Es wird ein schweres Spiel, aber Kampf und guter Unterstützung können wir am Samstag gewinnen. Ich hoffe auf eine gute Kulisse.”
In der Tat erwartet der DSV 98 zahlreiche Zuschauer. Gerade zum Auftakt wird an der Wedau ein volles Haus erhofft.Der DSV 98 tritt fast komplett an. Fraglich ist lediglich der Einsatz von Torhüter Thomas Hertes, der sich vor Wochenfrist im Training eine Zerrung zuzog und deswegen bereits beim Saisonauftakt in Brandenburg fehlte. “Alle anderen Spieler sind gesund”, bescheinigt Koke.


















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