Furiose Max-Reger-Städter stürmen ins Achtelfinale
2. Runde, Turbo-Pokal: SV Weiden – ASC Brandenburg 14:6

Weidens Vladimir Srajer behält auch in dieser Szene gegen Brandenburgs Spielführer Sascha Mischur die Oberhand. Foto: Ralf Fischbach
Weiden. Die DWL-Wasserballer des Schwimmvereins Weiden sind am Sonnabend ins Achtelfinale des Turbo-Pokals gestürmt. Dabei treffen sie nun am 23. Januar auf den niedersächsischen Traditionsverein SG W98/WASPO Hannover, ein Team aus der Hauptrundengruppe A und eine Mannschaft, die in den letzten Jahren stets unter der Top 6 in Deutschland zu finden. Dabei müssen die Max-Reger-Städter im Januar nach Hannover reisen, was die Sache nicht vereinfacht.
„Wenn wir die Play-Offs Teilnahme als Ziel verfolgen, müssen wir uns mit Hannover messen, sie könnten unser Relegationsgegner werden“, blickt Trainer Luczak voraus. Voraussetzung für den Einzug ins Achtelfinale war der am Ende klare 14:6-(4:1, 4:3, 3:2, 3:0)-Erfolg in der Weidener Thermenwelt vor 120 überaus zufriedenen und lautstarken Zuschauern gegen über weite Strecken unkonzentriert wirkende Spieler vom ASC Brandenburg.
Dabei musste Weidens Trainer Irek Luczak noch kurz vor Spielbeginn die gesundheitlich angeschlagenen Hans-Christoph Aigner, Rico Horlbeck und Serkan Dogdu durch junge Nachwuchskräfte aus der eigenen Jugend ersetzen, und die, das darf man vorweg nehmen, machten ihre Sache nicht schlecht.Die Oberpfälzer gingen konzentriert in die Partie, zu spüren war der Wille, die 3. Runde des Pokals zu erreichen und die vielen Fans nicht zu enttäuschen Mit dem ersten Angriff traf Thomas Kick zur 1:0 Führung.
Die nächsten Minuten verliefen ausgeglichen mit starken Defensivmannschaften auf beiden Seiten, bevor Andreas Jahn mit einem effektvollem Distanztreffer auf 2:0 und kurze Zeit später Holger Quast auf 3:0 (4:26) erhöhte. Brandenburg antwortete mit einem Anschlusstreffer von Sebastian Mischur, doch der zweikampfstarke Andreas Jahn erhöhte auf 4:1 mit einem tollen Lupfer.

Viel zu selten wurde Brandenburg gefährlich wie hier duch Sebastian Geyer. Die Defensive der wweidener mit Thomas Aigner (Bild) stand oft sehr gut. Foto: Ralf Fischbach
Im zweiten Abschnitt spitzte sich die Partie zu, die nun auch härter aber nicht unfair wurde. Die Hausherren wehrten bei 9:12 Minuten eine Unterzahl ab und antworteten mit einem Holger-Quast-Überzahltreffer zum 5:1-Zwischenstand nach 10 Minuten. Brandenburgs Kapitän, und einer der besten Spieler im Wasser, Sascha Mischur verkürzte noch auf 2:5, eher eine Reihe von Überzahlsituationen auf beiden Seiten folgte, die für die Weidener mit dem Zwischenstand von 8:3 etwas besser ausfiel. Doch zeigte sich in dieser Phase, dass die SV-Spieler beim Überzahlspiel Probleme hatten. Die Pässe kamen nicht oder nur sehr ungenau auf die Hand und brachten die schnellen Ballwechsel immer wieder zum Stocken.
Selbst eine Auszeit half den Weidener nicht, die Überzahl endlich zu nutzen. Zum Glück, denn Brandenburg auf der anderen Seite hatte auch erheblich Probleme, konzentriert abzuschließen. Das lag zum einen an einer ganz schlechten Chancenverwertung und schlechter Schusstechnik, zum anderen an der sehr sicher stehenden Weidener Hintermannschaft in der Defensive, und was doch noch aufs Tor kam, wurde meist sichere Beute vom wirklich gut aufgelegten Vladimir Srajer.
Das zerrte an dem an diesem Tag schwachen Nervenkostüm der Gäste, die immer gute Chancen vergaben und dann undiszipliniert, teilweise auch unnötig lautstark die Entscheidungen der Unparteiischen Horsch/Trommer kommentierten. Höhepunkt: Ende des zweiten Viertels „eliminierte“ sich einer der Führungsspieler der Gäste, Sebastian Mischur, selbst und musste nach Rolle wegen Meckerns das Wasser vorzeitig verlassen. Da er nicht reagierte, brockte er seinem Team sogar noch einen Fünf-Meter-Strafwurf ein, den aber Weiden an die Latte nagelte. Im Gegenzug markierte Brandenburg das 4:8 durch Spielführer Sascha Mischur.
Im dritten Viertel wollte Brandenburg mit Trainer Nico Haberlandt die Partie noch einmal drehen, doch in dieser Phase spielte Weiden clever die Zeit aus und geschickt über den Center Alex Schäfer, der zweimal im eins gegen eins traf und zwar zum 10:5 und 11:5 und dabei seine ganze Routine und Erfahrung ausspielte . „Das wahr wohl die Vorentscheidung, zumal die ASCer mehr Chancen hatten, als die zwei Tore, die sie schließlich warfen”, bemerkte Weidens Co-Trainer Bernhard Müller nach dem Spiel.Aber nun hatten die Gäste auch Pech. So scheiterte Sascha Mischur nach starker Einzelaktion an Vladimir Srajer, eine symptomatische Szene, die den Gästen endgültig den Nerv zog. Irek Luczak und Co-Trainer Bernhard Müller verlebten so einen nun ruhigen Nachmittag und konnten nun auch den Nachwuchskräften längere Spielzeit einräumen. „Wir haben uns wieder gesteigert”, bilanzierte der Coach Auch das Überzahlspiel wurde im Verlauf des Spiels immer besser, die Quote von 6:4 kann macht Mut. Doch Luczak, wäre nicht Luczak, wenn er nicht auch im Gefühl des Erfolgs etwas zu kritisieren hätte: „Sorgen bereiten mir immer noch die vielen Fehlpässe, die kosten uns noch unnötig viel Kraft und zerstören unsere taktischen Vorgaben – daran müssen wir weiter arbeiten“, blickte Trainer Luczak voraus. Am 5. Dezember geht es für die Oberpfälzer nach Stuttgart, wo man im Inselbad auf den Aufsteiger SV Cannstatt trifft und dort unbedingt gewinnen will.
Alle Ergebnisse der 2. Runde und die Pokalauslosung findet ihr hier!
Statistik
SV Weiden – ASC Brandenburg 14:6 (4:1, 4:3, 3:2, 3:0)
SV Weiden spielte mit: Vladimir Srajer (1. bis 26.) und Markus Glass (27. bis 32.),
Thomas Aigner (1 Tor), Stefan Kick, Holger Quast (5), Thomas Kick (1), Paul Kosiba, Thomas Ingel, Sebastian Roßmann (1), Johannes Kellner, Andreas Jahn (3), Florian Bronold (1) und Alex Schäfer (2). Trainer: Irek Luczak. Co-Trainer: Bernhard Müller.
Schiedsrichter: Winfried Horsch und Rüdiger Trommer
Zuschauer: 120.
Zeitstrafen: Weiden 5 /1 Strafwurf, Brandenburg 9/2 Strafwürfe und ein Ausschluss mit Ersatz.




















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