SV Weiden verpasst die möglichen Sensation knapp
Pokal, Achtelfinale: Hannover – Weiden 10:9-(2:2, 3:2, 3:2. 2:3
Hannover/Weiden. Noch blieb die Sensation in Hannover aus, doch die Weidener Wasserballer verkauften sich im Achtelfinale des Deutschen Wasserballpokals beim Traditionsklub SG W98 Waspo Hannover mit der knappen 9:10-(2:2, 2:3, 2:3. 3:2)-Niederlage mehr als achtungsvoll. Die Weidener waren ein gleichwertiger Gegner und übernahmen phasenweise sogar das Spielgeschehen.
Es war in der Tat zu sehen, dass der SV nahe dran ist, auch Mannschaften der Meisterrunde zu besiegen – auch wenn diesmal der Lohn für die tolle Leistung noch ausblieb. Weidens Trainier Irek Luczak bilanzierte dann auch: „Mit der Vorstellung bestätigten wir unsere Ansprüche und Ziele für diese Saison. Das Kräftemessen mit einer Mannschaft aus Tabellenmitte der Meisterrunde ist gelungen und die Chance, in der Relegation auch Erfolg zu haben, scheint realistisch.“
Das Spiel im Sportleistungszentrum Hannover begann mit einem Führungstreffer der Gäste aus der Oberpfalz durch Rico Horlbeck, kurze Zeit später folgte einer der insgesamt vier Strafwürfe gegen den SV Weiden und damit der Ausgleich durch den „Spieler des Tages“ Ingo Pickert. Das zweite Überzahlspiel der Hausherren verwandelte der japanische Nationalspieler Yoshinori Shiota zur ersten Führung von W 98/Waspo. Nach einer starken Centeraktion des Weidener Routiniers Alex Schäfer, glichen die Oberpfälzer zum 2:2 aus. Gegen Ende des letzten Viertels verpassten beide Teams ihre Strafwürfe, um noch vor der ersten Pause in Führung zu gehen.
Das zweite Viertel begannen die Gäste konzentriert und stark in der Verteidigung. Thomas Kick bezwang den Ex-Nationaltorhüter und Olympiateilnehmer Michael Zellmer und brachte sein SV-Team in Führung. Nach einer abgewehrten Unterzahl gelang es Alex Schäfer wieder, einen Treffer aus der Centerposition zu erzielen und die Weidener Mannschaft mit 4:2 in Führung zu bringen. Doch die Freude der Oberfpälzer dauerte nicht lange: Schon elf Sekunden nach dem Schäfer-Tor kassierte der SV das Anschlusstor, das wiederholt durch einen Strafwurf fiel, auch die darauf folgende Überzahl verwandelten die Hannoveraner zum 4:4 Ausgleich. Ganz bitter und überflüssig, fiel gegen Ende des zweiten Viertels das Führungstor der Hausherren durch einen Konterangriff.
Der Weidener Trainer warnte vor den Waspo-Kontergefahr, doch das dritte Viertel begann wieder mit einem Kontertor durch Ingo Pickert zum 6:4 für Hannover, und zwei Minuten später war es wieder Pickert, der im Überzahlspiel auf 7:4 erhöhte. Doch die Max-Reger-Städter blieben dran und kämpften weiter, das 7:5 vom Thomas Kick wurde schnell und wieder durch Überzahl zum 8:5-Zwischenstand egalisiert. Gegen Ende des dritten Viertels nahm zum wiederholten Mal Thomas Kick das Heft in die Hand und schoss zum 6:8-Anschluss ein.
Dieses Muster, in dem die Weidener nach Kraftakten die Tore machten und postwendend Gegentore in Unterzahl oder durch Strafwurf kassierten, wollte einfach nicht abreißen. Thomas Aigner traf im Positionsangriff zum 8:7, bevor Rico Horlbeck sich mit seiner dritten Zeitstrafe sich verabschieden musste und Shiota auf 9:7 erhöhte. Kapitän Aigner lochte noch in seiner vorletzten Spielhandlung zum 9:8 Zwischenstand ein, um 15 Sekunden später mit seinem dritten persönlichen Fehler (Strafwurf) vorzeitig zum Duschen zu gehen und zu sehen, wie sein Team das 8:10 durch den vierten Strafwurf kassiert. Eine Minute vor Spielende bekamen die Gäste noch die Chance, in Überzahl den Anschluss zu erzielen, die jedoch erst im zweiten Anlauf und acht Sekunden vorm Abpfiff klappte, zu spät. So brachte SG W98/WaspoHannover das Ergebnis über die Zeit und schaffte den Einzug ins Viertelfinale.
Statistik
SG W98 Waspo Hannover – SV Weiden 10:9 (2:2, 3:2, 3:2. 2:3)
Zeitstrafen: Hannover 6 + 1 Strafwurf, Weiden 6 + 4 Strafwürfe
Schiedsrichter: G. Häntschel und F. Ohme (beide Berlin)
SV Weiden: Vladimir Srajer und Markus Glass (Tor), Thomas Aigner (2 Tore), Stefan Kick, Holger Quast, Thomas Kick (3), Paul Kosiba (1), Rico Horlbeck (1), Serkan Dogdu, Andreas Jahn, Florian Bronold und Alex Schäfer (2)



















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