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Mittwoch, 3. März 2010

NRW-Team beherrscht Finale gegen Berlin unerwartet klar

30. Alves-Pokal: Platz 3 an Niedersachsen – Platz 5 an Sachsen

Von Ralf Fischbach (Text) und Volker Diercks (Fotos)
Die NRW-Auswahl holte zum 4. Mal den Pott in Hannover. Foto: Volker Diecks

Die NRW-Auswahl holte zum 4. Mal den Pott in Hannover. Foto: Volker Diecks

Hannover. Den Sieg im 30. DSV-Ländervergleich um den Jörg-Rainer-Alves-Pokal der männlichen C-Jugend (Jahrgänge 1995 und jünger) hat sich – und zwar zum vierten Mal in Folge und so nicht unerwartet – der Schwimmverband Nordrhein-Westfalen gesichert. Überraschend klar siegten die Spieler NRW-Auswahl, betreut von Trainer Christian Vollmert (Duisburg)/Sebastian Berthold (Düsseldorf), die eigentlich leicht favorisierte Auswahl aus Berlin mit Trainer Slawomir Andruszkiewicz im SLZ Hannover. Im Endspiel, dem letzten der 20 Vergleiche bei diesem Jubiläumsturnier, gewann das NRW-Team verdient mit 10:6 gegen die Bundeshauptstädter.

Der dritte Platz ging an Gastgeber Niedersachsen, der betreut von Holger Rähse/Heiko Beermann das Team des Landeschwimnverbandes Brandenburg, hier stand Landestrainer André Laube am Beckenrand, im Spiel um Platz 3 knapp mit 9:7 besiegte. Platz 5 ging an die junge Auswahl aus Sachsen mit den Betreuern Ulrich Müller /Torsten Schmidt, die in dem Spiel um diesen Platze die Truppe aus Baden-Württemberg Dieter Sohna (Mannheim) überraschend klar mit 11:5 bezwangen.

„Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat im Finale alle taktischen Vorgaben gut umgesetzt und so haben wir auch verdient gewonnen“, verdeutlichte Vollmert, der als OSP Trainer die Geschicke von C III und C IV in die Hände von Nachwuchslandestrainer Sebastian Berthold abgibt und sich selbst mehr um die C 1 und C 2 kümmert. So freute sich der der Coach aus Duisburg über diesen 4. Erfolg in Folge. Es war sicher einer der letzten großen Nachwuchs-Events, ehe das SLZ umfassend saniert wird.

Die Berliner waren nach dem Finale enttäuscht, auch wenn sie zu dieser sehenswerten Begegnung einiges beigetragen hatten. Dabei hatten einige Experten nach den zuvor gezeigten Auftritten eher an die Berliner in der Favoritenrolle geglaubt. Zumal ie Mannschaft von Trainer Slawomir Andruszkiewicz war recht ungefährdet durch die Vorrunde marschiert, und siegte im Halbfinale gleich mit 21:10 gegen den Nachbarn Brandenburg. Die NRW-Auswahl von Trainer Christian Vollmert tat sich dagegen etwas schwerer, und hatte sowohl in der Vorrunde (13:10 gegen Brandenburg, 8:6 gegen Baden-Württemberg) als auch im Halbfinale (8:7 gegen Niedersachsen) knappere Resultate erzielt, wirkte auch nicht so geschlossen.

Im Endspiel zeigte sich der Titelverteidiger dann zum richtigen Zeitpunkt aber sowohl spielerisch als auch taktisch voll auf der Höhe, und legte von Anfang vor: Nach einer 3:1-Führung (6. Minute) der Westdeutschen konnte Berlin zwar noch vor der ersten Viertelpause auf 2:3 verkürzen, zwei verwandelte Überzahlspiele ließ die NRW-Auswahl im zweiten Viertel dann aber bereits auf 5:2 (12. Minute) davonziehen.

Bemerkenswert dann eine Aktion zum Ende der ersten Halbzeit: Beim Stand von 3:5 hatten die Berliner in Überzahl die Chance zum Anschlusstreffer, und schwammen mit dem Ball nach vorn. NRW-Akteur Nils Elsenpeter (ASC Duisburg) “klaute” sich nach Antauchen auf Höhe der Mittellinie überraschend den Ball, legte ihn sich vor und verwandelte eiskalt per Bogenlampe zum 6:3-Halbzeitstand.

Nach der Halbzeitpause schaffte Berlin schnell der Treffer zum 4:6, näher heran kamen die Hauptstädter allerdings nicht mehr: Stattdessen blieben die Berliner nun gleich zwölf Minuten (!) ohne eigenes Tor, sodass der erneute Erfolg des Titelverteidigers spätestens nach Carlin Canavans Treffer zum 8:4-Zwischenstand in der 29. Minute feststand. Zwei weitere Tore für beide Mannschaften sorgten für das 10:6, der Rest war großer Jubel beim NRW-Team, dass das Finale bei ständiger Führung überraschend sicher im Griff hatte.

Szene aus dem Spiel um Platz 3 zwischen Brandenburg und Niedersachsen. Foto: Volker Diecks

Etwas Pech hatte die Auswahl von Gastgeber Niedersachsen, die mit Platz 3 zwar ein ordentliches Ergebnis erzielte, den angepeilten Turniersieg aber verpasste. Im Halbfinale am Samstagabend zeigte die LSN-Auswahl von Landestrainer Holger Rähse gegen Nordrhein-Westfalen einen sehr starken und couragierten Auftritt, und führte gegen den späteren Turniersieger zu Beginn der zweiten Halbzeit sogar mit 6:3. Mit einem 7:5-Vorsprung ging es in das letzte Viertel, hier gelang dem Titelverteidiger durch einen Strafwurf und einen Überzahltreffer allerdings der Ausgleich zum 7:7.

In den spannenden Schlussminuten hatten die Niedersachsen dann in Überzahl den erneuten Führungstreffer auf der Hand, vergaben aber. Zehn Sekunden vor Spielende holte sich NRW dann seinerseits noch eine Überzahl heraus und traf in der letzten Sekunde (!) einer dramatischen Begegnung tatsächlich noch zum 8:7-Endstand.

Platz 4 ging an Brandenburg. Hier bilanzierte Landestrainer Andre Laube: „Unser Ziel war es, bis ins Halbfinale vorzudringen und das ist uns mit dem zweiten Platz der Vorrunde gelungen”, der durch die Co-Trainer Jacob Drachenberg (Potsdam) und Detlef Willberg (Brandenburg) unterstützt wurde. „Es ist zwar Schade, dass es zu Bronze nicht gereicht hat, doch das Turnier war eine tolle Vorbereitung auf die nächsten Wettkämpfe.“

Zufrieden auch Sachsen-Trainer Torsten Schmidt: „Wir müssen mit diesen Ergebnissen zufrieden sein. Mehr als dieser 5. Platz war einfach nicht drin. Wichtig war am Ende der deutliche Sieg gegen Baden-Württemberg, an die ersten Vier, bis auf NRW ein Spiegelbild der jüngsten D-Jugend-Endrunde 209 in Potsdam, kommen wir unter den derzeitigen Bedingungen nicht heran.”

Co-Trainer Ulrich Müller: “Die Mannschaft hat sich sehr gut geschlagen, besonders Maik Bielefeld, Moritz Lott und Paul Fleckeisen waren die Leistungsträger. Ich denke, vom Auftreten und Siegeswillen her war es die beste Mannschaft der letzten fünf Jahre. Um noch besser abzuschneiden, hätte man eine viel bessere Vorbereitung gebraucht, wobei aber dieses Jahr der Abstand trotz der deutlichen Ergebnisse nicht so groß war. Ich denke, dass die Mannschaft viel Potential hat”, so Müller. Platz 7 ging an Hessen vor Rheinland/Mittelrhein. Als Bester Torschütze wurde Valentin Finkes (Baden-Württemberg/22 Tore), Bester Spieler Leonard Grütte (Brandenburg)und als Bester Torhüter Andre Werner (Berlin) geehrt. (mit Infos vom LSV Niedersachsen und Brandenburg).
Alle Ergebnisse findet ihr hier!

Team-Statistik:

Platz 1, Nordrhein-Westfalen:
Christopher Hans – Marcel Schnabel (1), Arne Borgschulze (6), Jannik Grochla (2), Fabian Grohmann (9), Maximilian Marker (4), Nils Illinger (13), Ben Boffen (2), Nils Elsenpeter (15), Lars Wendel (7), Niclas Becker, Carlin Canavan (5), Viktor Dahms (1), Janek Neuhaus (2) und Niklas Bährendahls.

Platz 2, Berlin:
André Werner – Martin Andruszkiewicz (8), Henry Laun (6), Vincent Hebisch (15), Maximilian Wiese (14), Robert Pohl (1), Simon Schülke (3), Aris Protopapas (2), Raphael Rösch (7), Maximilan Sturz (3), Reiko Zech (10), Jan Zoske (3) und Florian Thom.

Platz 3, Niedersachsen:
1 Marcel Wiegand (Hellas Hildesheim), Marvin Götz (WS Hannover – 5 Tore), Leon Eilermann (Georgsmarienhütte – 10 Tore), Felix Struß (WS Hannover – 6 Tore), Maxi Grube (WS Hannover – 8 Tore)
6 Joel Werner (WS Hannover – 14 Tore), Gilbert Schimanski (WS Hannover – 20 Tore), Connor Fröhle (WS Hannover – 1 Tor), Hannes Gläser (WS Hannover – 2 Tore), Daniel Freimut (Georgsmarienhütte)
11 Nikola Mijokovic (Hellas Hildesheim – 7), Emil Schepers (WS Hannover – 1 Tor)
13 Dominik Schimanski (WS Hannover – verletzt)
Trainer: Holger Rähse(Betreuer: Heiko Beermann.

Platz 4, Brandenburg:
Maximilian Stolte – Paul Zein, Phillip Boreck (4), Henry Jaeschke (3), Julian Drachenberg (15), Sascha Herold (16), Jan-David Peters, Leonard Grütte (17), Tristan Groh, Ferdinand Korbel (1), Johannes Theuer (1), Leon Zeisberg und Marcel Gruhn.

Platz 5, Sachsen:
Paul Fleckeisen – Michael Klein (1), Julius Lange, Moritz Lott (18), Tom Michel (5), Dimitri Braschezki, Max Uhl (4), Jan Jansen (13), Maik Bielefeld (16), Max Mauersberger, Felix Richter (1) und Paul Meißner.

Platz 6, Baden-Württemberg:
Georg Uhlig – Pascal Sachs (6), Novak Zugic (15), Robin Reichenbacher (2), Nils-Hendrik Zimmer, Hannes Buchholz (2), David Apel (2), Christian Reichert (2), Valentin Finkes (22), Jannis Niemann (5), Lennart Löscher (4), Evan Müller (2) und Simon Herspiegel (1).

Platz 7, Hessen:
Julian Bug – Phillip von Keitz (5), Dustin Henkel (3), Julian Reith, Leon Schmitt (9), Max Gutsche (1), Maximilian Hartung (5), Louis Henkel, Marc Weber (9) und Jonathan Weidner.

Platz 8, Rheinland/Mittelrhein:
Nico Meidt – Evgenij Edel (1), Nils Zschenderlein, Felix Wirges (1), Christian Bauer (5), Quentin Denz (3), Moritz Hergst, Constantin Baum, Felix Lehn (1), Alexander Pytlik (1), Florian Werkhausen, Tobias von Mühlen, Leander Weber und Niklas Utzerath.

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