Nur wenig Überraschungen in Stamms EM-Kader
Männer-EM: Neuling Roeßing mit von Partie – Tchigir auf Rekordjagd
Zagreb. Nach dem gutem Abschneiden mit dem 2. Platz beim Vier-Nationen-Turnier in Budapest in Ungarn, hat Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) die 13 Spieler nominiert, mit welchen er den Kampf um Europas Krone in Zagreb ab Sonntag antreten möchte. Mit Centerspieler Sven Roeßing konnte dabei ein Spieler das Vertrauen des Bundestrainers gewinnen, der bis zum Sommer noch gar nicht im Kader des Wasserball-Nationalteams vertreten war. Weitere Überraschungen sind ausgebliben, außer vielleicht, dass es Torwart Tim-Ole Fischer wieder nicht geschafft hat, Reservekeeper Roger Kong zu verdrängen. Nummer 1 ist erneut Alexander Tchigir, der in Zzagreb einen besonderen Rekord anstrebt.
Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) wird in der kroatischen Hauptstadt übrigens zum fünften Mal in Folge seit 2001 am Beckenrand stehen, was bei dem aktuellen Turnier ansonsten nur Ungarns Coach Dr. Denes Kemeny von sich behaupten kann – der war allerdings sogar schon bei Ungarns EM-Sieg 1997 dabei.
Die Entscheidung über die Besetzung des Reservetorwarts hinter der gesetzten Nummer 1 Alexander Tchigir fiel wie auch schon im vergangenen Jahr auf den Berliner Roger Kong, der für die neue DWL-Saison mit Hannover in verbindung gebracht wird. Auf Rekordjagd ist der deutsche Nummer-1-Torwart Alexander Tchigir, der an der Save seine 9.(!) Europameisterschaft seit 1989 bestreitet. Dem gebürtigen Russen fehlt mit dem erneuten Auftritt bei kontinentalen Titelkämpfen nur noch eine Teilnahme zu dem Rekord von Spaniens Wasserball-Legende Manuel Estiarte, der von 1981 bis 1999 auf zehn EM-Teilnahmen in Folge kam.
Tchigir Der langjährige Torwart von Rekordmeister Spandau 04 war bereits von 1989 bis 1993 dreimal für die Sowjetunion bziehungsweise Rußland bei Europameisterschaften dabei gewesen und gewann 1991 in Athen (Griechenland) die Bronzemedaille. Nach sechsjähriger Länderspielpause und Einbürgerung folgten dann ab 1999 dann fünf Auftritte mit der DSV-Auswahl in Serie, und Zagreb brächte den sechsten Start unter dem Bundesadler.
Auch ein Feldspieler vermeldet eine herausragende Zahl, die international nicht alltäglich ist: Der vor einer Rückkehr zu Spandau 04 Berlin stehende Italien-Profi Marc Politze (CN Posillipo) ist zum siebten Mal in Folge seit 1997 dabei und egalisiert damit die Marke des zweimaligen Europameisters Frank Otto, der von 1977 bis 1991 auf die gleiche Zahl von Teilnahmen gekommen war. Der gleichaltrige Michael Zellmer, Politzes langjähriger Zimmerkamerad, wird dagegen nach sechs EM-Starts diesmal nur als Teammanager am Beckenrand stehen.
Beide Athleten könnten nach Zagreb bei diesen schon jetzt beachtlichen Zahlen durchaus noch nachlegen, da die Europameisterschaft 2012 im niederländischen Eindhoven noch vor den Olympischen Spielen stattfinden wird und damit in einem denkbaren Zeithorizont läge. Insgesamt setzt sich das Team aus acht Spielern des deutschen Meisters Wasserfreunde Spandau 04 Berlin, drei Spielern des deutschen Pokalsiegers ASC Duisburg, sowie einem Vertreter von Bayer Uerdingen und Italienrückkehrer Marc Politze zusammen.
Zum Auftaktmatch in der Sechser-Vorrunde am Sonntag trifft das deutsche Team um 13 Uhr erneut auf Olympiasieger Ungarn. Es folgen Russland (30.08., 10 Uhr), Mazedonien (01.09., 13 Uhr), Griechenland (03.09., 16.30 Uhr) und zum Abschluss Weltmeister Serbien (05.09., 10 Uhr). Für den Kampf um die Medaillenränge ist ein dritter Platz in der Gruppenphase notwendig.
Team Deutschland:
Tor: Alexander Tchigir, Roger Kong (Wfr. Spandau)
Feld: Florian Naroska, Fabian Schroedter, Marko Stamm, Erik Bukowski, Moritz Oeler, Andreas Schlotterbeck (alle Wfr. Spandau 04 Berlin), Julian Real, Paul Schüler, Tobias Kreuzmann (alle ASC Duisburg), Marc Politze (CN Posillipo Neapel), Sven Roeßing (SV Bayer Uerdingen). Trainer: Hagen Stamm/Co-Trainer: Nebojsa Novoselac (beide Berlin).



















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