“Qualifikation für die WM in Shanghai wäre ein toller Erfolg!”
EM: Deutsche Männer und Frauen sind in Kroatien voll gefordert
Zagreb. Heute beginnt die EM in Zagreb, die deutschen Frauen und Männer sind mit von der Partie. Die deutschen Wasserballmänner haben bei der Auslosung der Vorrunde die wohl einfachere von zwei Gruppen erwischt. Die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm trifft ab heute bis 11. September in der kroatischen Hauptstadt Zagreb in der Gruppe B auf Weltmeister Serbien, Olympiasieger Ungarn, Griechenland, Russland und Mazedonien. Zudem stand Bundestrainer Hagen Stamm Deutschland-Wasserball vor dem scharfen Start Rede und Antwort zu den Zielen in Zagreb.Nur die jeweils ersten drei Teams der beiden Sechser-Gruppen kommen weiter. Dabei zieht der Erstplatzierte direkt ins Halbfinale ein, die Zweiten und Dritten ermitteln Überkreuz die beiden anderen Teilnehmer. Deutschland hat zwar mit Ungarn und Serbien die wohl schwersten Brocken erwischt, doch im Kampf um Gruppenplatz drei steht die deutsche Sieben vor lösbaren Aufgaben.
Die andere Gruppe wäre aufgrund der größeren Dichte vermutlich die schwierigere. “Mit Ungarn und Serbien haben wir leider die für uns unangenehmsten Gegner vor der Brust”, äußerte Hagen Stamm, “auch die Türkei wäre mir in der Gruppenphase sehr lieb gewesen.” Team-Manager Michael Zellmer ergänzt: “Für uns hätte es definitiv schlimmer kommen können.” In die A-Gruppe wurden Titelverteidiger Montenegro, Gastgeber Kroatien, Italien, Spanien, Rumänien und der EM-Neuling Türkei gelost.
Deutschland-Wasserball:Welche Zielstellung hat das Männerteam in Zagreb?
Hagen Stamm: Die Qualifikation für die WM in Shanghai wäre ein Riesenerfolg, dazu müsste voraussichtlich der sechste Platz erreicht werden, also Platz 3 in der Vorrundengruppe. Ist das erreicht, schauen wir weiter.
Deutschland-Wasserball: Hat die EM Auswirkungen auf die WM- oder gar die Olympia-Teilnahme?
Hagen Stamm: Die EM ist die direkte Qualifikation für die WM, Platz 6 oder 7 sind für die WM-Qualifikation nötig. Für die Qualifikation für die nächste EM ist sogar der 5. Platz unabdingbar – also, keine leichte Aufgabe.
Deutschland-Wasserball: Was ist aus ihrer Sicht in unserer Gruppe möglich?
Hagen Stamm: Mit Olympiasieger Ungarn und Weltmeister Serbien sind zwei absolute Top-Teams in der Gruppe, gegen die Teams aus Russland, Griechenland und Mazedonien wird die Tagesform entscheiden. Aber ich sehe die Chance, alle drei zu schlagen.
Deutschland-Wasserball: Wie lange wird den Alexander Tchigir noch halten?
Hagen Stamm: Solange er Lust hat.
Deutschland-Wasserball: Letzte Frage – sind wir schon reif für eine Medaille, die wievielte wäre das bei einer EM?
Hagen Stamm: Nach 1981, 1989 und 1995 wäre es die Vierte. Die Wahrscheinlichkeit ist aber so groß, als wenn Plauen Bundeshauptstadt werden würde – aber nichts ist unmöglich, oder?
Schlotterbeck auf dem Weg der Besserung
Zum Auftaktmatch in der Sechser-Vorrunde trifft das deutsche Team am Sonntag um 13 Uhr erneut auf Olympiasieger Ungarn. Es folgen beim Kampf um jenen neuralgische dritten Platz in der Vorrundengruppe B vier weitere Partien mit einem regelrechtem Endspielcharakter gegen Rußland (30. August, 10 Uhr), Mazedonien (1. September, 13 Uhr), Griechenland (3. September, 16:30 Uhr) und zum Abschluß gegen Weltmeister Serbien (5. September, 10 Uhr). Fernsehbilder auf deutschen Sendern gibt es nach dem Stand der Dinge nicht, allerdings will die LEN über ihre Homepage wieder Spiele im Web zeigen.
Nachdem sich Center Andreas Schlotterbeck bereits in der Vorwoche beim Turnier in Budapest (Ungarn) erkältungsbedingt hatte zurückhalten müssen, meldete Teamarzt Dr. Albert Klages (Hannover) direkt nach der Ankunft des Teams erhöhte Körpertemperatur bei Kapitän Marc Politze, der daraufhin die ersten Trainingseinheiten pausierte. Immerhin: Schlotterbeck hat sich mittlerweile aber wieder im Wasser zurückgemeldet, Politze befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Deutschland ist gemäß den zwischenzeitlich geänderten Regularien nur mit 13 Spielern in die kroatische Hauptstadt gereist; Rotation oder Ersatz gibt es daher nicht. „Einige Spieler kämpfen mit leichten Erkältungsbeschwerden, und Marc hat es leider etwas schwerer erwischt“, zeigt sich Team-Manager Michael Zellmer (Hannover) ein wenig besorgt um den Gesundheitszustand der Mannschaft, „unsere medizinische Abteilung um Dr. Albert Klages arbeitet aber mit Hochdruck daran, alle 13 Spieler für den morgigen Auftakt fit zu bekommen.“



















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