Gegen Olympiasieger Ungarn bleibt der Lohn noch aus
EM, 1. Spieltag: Ungarn – Deutschland 10:8 (3:3,3:1,3:1,1:3)
Zagreb. Zum Auftakt der Wasserball-Europameisterschaft in Zagreb musste das deutsche Wasserball-Nationalteam gegen den amtierenden Olympiasieger Ungarn erwatzungsgemäß eine 8:10-Niederlage einstecken. Die Sieben von Bundestrainer Hagen Stamm zeigte sich von den gesundheitlichen Rückschlägen und damit verbundenen Ausfall vom Kapitän Marc Politze von Beginn an unbeeindruckt und spielte in einer hart geführten Partie zu Beginn und dann wieder im vierten Abschnitt munter mit.In der recht ruppigen Partie zog sich Offensivspieler Paul Schüler nach einen doppelten Nasenbruch (3. Viertel) zu, so dass der DSV-Auswahl ein Turnier mit nur zwölf Spielern drohen könnte. Morgen vormittag steht ab 10 Uhr an das erste „Endspiel“ um Rang drei in der Vorrundengruppe B gegen Rußland auf dem Programm – das muss ein Sieg her. Die Russen verloren ihr Auftaktspiel überraschend gegen Mazedonien mit 9:10.
Es gab zudem auch den ersten Schiedsrichterskandal: Ungarns viermaliger Torschütze, Peter Biros, hatte beim Zurückschwimmen sich mit einem Faustschlag eine Tätlichkeit gegen Alexander Tchigir geleistet. Dieses blieb von dem für den Rückraum zuständigen montenegrinischen Schiedsrichter Mario Brguljan ungeahndet. Ungarn wäre ansonsten für den Rest des Spieles in Unterzahl gewesen und hätte lediglich ein Zwei-Tore-Polster gehabt (ww).
Erst zur Mitte des Spiels, als das deutsche Team einige Überzahlchancen ungenutzt und die letzte Durchschlagskraft in der Offensive vermissen ließ, konnten sich die Magyaren entscheidend absetzen und ihre Führung auf 9:5 nach dem dritten Viertel ausbauen. Doch Deutschland lies nicht locker und kam auf 7:9 heran. Doch in Überzahl kam Ungarn zum 10:7, und das letzte Tor der deutschen war nur Ergebniskosmetik.
Stamm sah eine „ehrenvoll und gut spielende Mannschaft, die am Ende noch zahlreiche Chancen zu einem besseren Ergebnis gehabt hatte. Dafür, dass uns mit Marc Politze eine entscheidende Figur im Spiel gefehlt hat, war das Match sehr gut.“ Beste Spieler auf deutscher Seite, so schätze Teammanager Michael Zellmer ein, waren Keeper Alexander Tchigir, der im ersten Viertel sogar einen Strafwurf von Denes Varga hielt. und Tobias Kreuzmann, aber auch der wieder genesene Marko Stamm führte sich wieder gut in die Mannschaft ein.
Überschattet wurde der Auftritt des deutschen Teams leider von einer weiteren Verletzung: Paul Schüler zog sich in einem Zweikampf einen doppelten Nasenbeinbruch zu, der den weiteren Einsatz im Verlauf der Europameisterschaft ernsthaft gefährden könnte. Die Befürchtung eines Ausfalls von Fabian Schroedter aufgrund eines Trommelfellrisses, wurde bei der anschließenden Untersuchung glücklicherweise nicht bestätigt. Erfolgreichster ungarischer Spieler war Peter Biros, der gleich viermal traf.
Team Deutschland:
Alexander Tchigir, Florian Naroska, Fabian Schroedter, Marko Stamm (1 Tor), Erik Bukowski, Julian Real, Paul Schüler (1), Tobias Kreuzmann (2 Tore), Moritz Oeler (2), Andreas Schlotterbeck Sven Roeßing (2), Roger Kong. Trainer: Hagen Stamm/Nebojsa Novoselac. Nicht dabei: Marc Politze (krank)
Ungarn: Zoltan Szecsi – Bela Torok, Norbert Madaras (1), Denes Varga, Erik Bundschuh, Norbert Hosnyanszky (1), Gyorgy Vamos (1), Marton Szvios (1), Daniel Varga (1), Peter Biros (4), Gabor Kis, Balasz Harai 1, Viktor Nagy.
Trainer: Dr. Denes Kemeny.
Schiedsrichter: Franulovic (CRO), Brguljan (MNE)
Stadion: Swimming Pool Mladost Zagreb.
Zuschauer: 200.



















Allerdings hat zuerst Biros vom Tchigir eins auf den Kopf bekommen. Dadurch konnte er nicht zurückschwimmen und Deutschland hat ein Tor erzielt.