“Spiel des Jahres” für die Bundeshauptstädter
LEN-Trophy: Spandau Berlin empfängt Brixia Leonessa Brescia
Berlin. Es kann so etwas wie das Spiel des Jahres für die Wasserfreunde Spandau 04 werden. Am Samstag (Schwimmhalle Schöneberg, 19 Uhr) empfängt das einzige noch im internationalen Wettbewerb verbliebene deutsche Männerteam im Hinspiel des LEN-Trophy-Achtelfinales die Italiener von Brixia Leonessa Brescia. Der aktuelle Liga-Vierte aus dem Land des Vize-Europameisters vom September in Budapest, darf getrost als Favorit des Europacup-Duells betrachtet werden.
Von den vier bislang ausgetragenen Partien in der Wasserball-Seria A haben sie drei gewonnen, zuletzt bei Rari Nanntes Camogli mit 11:7. Im November 2009 haben beide Teams in der Euroleague-Qualifikation in Berlin schon einmal miteinander Bekanntschaft gemacht. Damals gewannen die Azzurri knapp mit 9:8. Ein ähnliches oder gar besseres Resultat stellen
sich die Gäste wohl auch diesmal vor. Damit wollen sie die Weichen dafür anstellen, dass das Rückspiel kurz vor Weihnachten am 18. Dezember nur noch Formsache sein soll.
Das freilich will Spandau gegen den dreimaligen LEN-Trophy-Gewinner (2002, 2003, 2006) verhindern und sich eine Ausgangsposition schaffen, die die Chance aufs Weiterkommen erhält. In der Vorsaison war für beide Teams in diesem Wettbewerb im Halbfinale Endstation. Die Wfr. Spandau 04 Berlin scheiterten am späteren Cup-Gewinner VA Cattaro (Montenegro), Brescia an den Landsleuten aus Savona.
Dabei reichte ihnen der Drei-Tore-Vorsprung aus dem Heimspiel nicht, weil sie die zweite mit vier Treffern Differenz verloren. Die Hauptstädter gehen mit dem bekannten Handicap in die Begegnung, auf Weltklasse-Torwart Alexander Tchigir nach einem Bruch der Speiche im linken Arm verzichten zu müssen. Für ihn wird der 23-jährige Tim Höhne wie beim Bundesliga-
Auftakt gegen Weiden am vergangenen Wochenende (15:6) im Kasten stehen. Da erfüllte der junge Keeper seine Aufgabe solide, wurde aber von seinen Vorderleuten mehrfach sträflich im Stich gelassen. Das darf sich jetzt nicht wiederholen, will man eine Chance haben.
Für Höhne, der vor der Saison vom SC Wedding nach Spandau Berlin kam, ist es
das allererste Europacup-Match seiner Karriere überhaupt. „Er ist nervös, logisch. Aber wenn die Mannschaft als Einheit auftritt, dann wird im das Sicherheit geben“, glaubt 04-Manager Peter Röhle. Ein Fragezeichen gibt es bei einem weiteren Spandauer Führungsspieler. Marko Stamm hat in der Wochenmitte beim Training einen Kniestoß in den Nackenbereich bekommen, nach dem er im Krankenhaus untersucht und danach erst einmal im Training passen musste.
Die medizinische Abteilung hofft, dass der steife Hals, mit dem Stamm seinen Kopf nicht
drehen kann, bis zum Wochenende kuriert ist. „Unsere Zielstellung bleibt ein Sieg. Ein Wunschresultat kann man dabei nicht nennen, in beiden Spielen werden eine Reihe von Faktoren den Verlauf beeinflussen“, sagt Peter Röhle. Dass man ein schweres Los erhalten hat, das zweite Spiel auswärts ein Nachteil ist, all das weiß man seit längerem. „Lamentieren
hilft nichts. Jetzt sind große Moral, Einsatz und Leidenschaft gefragt.“ Ein gutes erstes Viertel dürfte mit entscheidend für den Ausgang sein, glaubt er. „Dran bleiben, konzentriert sein, und dann ist vieles möglich. Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute kämpfen“, so Röhle.
Brescia tritt mit einem routinierten und erfahrenen Team an, in dem mit Leonardo Binchi (35), Kapitän Roberto Calcaterra (38) und gebürtigen Rumänen Bogdan Rath (38) gleich mehrere Alt-Stars stehen, die auf viele Länderspiele und internationale Medaillen in den vergangenen mehr als anderthalb Jahrzehnten verweisen können. „Wir müssen ohne Angst vor großen Namen in die Partie gehen – das ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Auftritt“, glaubt auch Präsident Hagen Stamm.
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