Junge Spitzenstädter am Ende mit längerem Atem
Ostdeutsche Bestenermittlung: Silber an Team aus Neukölln Berlin

Die siegreiche Mannschaft des SVV Plauen nach dem Titelgewinn in der Jugend E in Ostdeutschland. Foto: SVV Plauen (Verein)
Damit sicherten sich die Spitzenstädter aus Plauen zum 2. Mal nach 2007 den Titel der zum 6. Mal in Folge ausgetragenen Meisterschaft. Die Mannen von Plauens Trainer Hansjoachim Michel sind damit neben Spandau 04 Berlin (zwei Titel 2008/2005), die erfolgreichste Mannschaft der letzten Jahre in diesem Wettbewerb, da sie noch eine Vize-Meistertitel (2009) und einen 3. Platz (2008) aufweisen haben. Weitere Titel gewannen der SV 2000 Brandenburg (2009) und die SG Neukölln Berlin (2006).
Erfreulich auch, dass mit den Plätzen 1, 3 und 4 gleich drei sächsische Mannschaften aufhorchen ließen. Berlin und Brandenburg waren mit je einem Team im Finalturnier vertreten. Sachsen-Anhalt schied in der Vorrunde mit zwei Teams aus Magdeburg und einem aus Halle aus, und Thüringen war gar nicht dabei. Und bei Berlin zeigte sich nur Neukölln ebenbürtig, da der SC Wedding Berlin und, das überraschte, auch Spandau04 Berlin bereits in der Vorrunde auf der Strecke blieben, wo es auch Vorjahressieger SV 2000 Brandenburg (Zwischenrunde) erwischte.
Michel, der ehemalige Vorsitzende der Landesgruppe Ost, war dann auch hoch zufrieden: „Nach einem schwachen Auftaktspiel gegen Leipzig, fand sich die Mannschaft immer besser ins Turnier und spielte souverän die weiteren Begegnungen. Am Ende dominierten wir auch im Spiel gegen die ebenfalls favorisierte SG Neukölln Berlin. Ich bin mit der Leistung aller Spielern sehr zufrieden, spielerisch herausragend war noch die Leistung von Cedric Weis.“
Das Eröffnungsspiel des Turniers zwischen den zwei sächsischen Teams SVV Plauen und HSG TH Leipzig (Trainer Robert Oeltz) endete Unentschieden 5:5. Da schien es, als hätten die Plauener bereits einen wichtigen Zähler eingebüßt, da Neukölln Berlin (Trainer Oliver Möbius/Patrice Thurow) seine drei ersten Spiele gewann und nur beim 7:5 gegen Leipzig etwas mehr Mühe hatte. Chemnitz und Potsdam aber klar beherrschte. Im zweiten Spiel der Plauener wurde der OSC Potsdam dann klar mit 14:9 geschlagen.
Am Sonntag erging an die Plauener Mannschaft die Forderung, den Turniersieg als Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, da der Titelgewinn immer noch aus eigener Kraft erreichbar war. Das Spiel gegen den Gastgeber SC Chemnitz von 1892 (Trainer Ulrich Müller) gewann der SVV Plauen dann ebenfalls und zerstörte mit 8:4 die Hoffnungen des Gastgebers auf die durchaus mögliche Bronzemedaille.Im letzten Spiel des SVV Plauen stand die ebenfalls direkt qualifizierte Mannschaft der SG Neukölln Berlin den Vogtländern gegenüber. Die Berliner hatten alle anderen Spiele höher gewonnen, diese „psychologische Rechnung“ sprach für die Jungs aus Berlin. Doch die Spitzenstädter beherrschten dieses Endspiel, wo für Neukölln ein Unentschieden zum Titel gereicht hätte. Nach zwei Viertel stand es bereits 8:1 für die SSVer. Mit einem deutlichen Vorsprung im Rücken, wurden nun bei den Vogtländern alle Spieler eingesetzt und die Partie trotzdem sicher mit 10:6 gewonnen.
Die HSG Leipzig war nahe dran an der ganz dicken Überraschung, trotze Plauen einen Punkt ab, verlor knapp gegen die Neuköllner (5:7), büßte dann aber wiederum gegen den SC Chemnitz (3:3) einen Zähler ein – so wurde es ein solider 3. Platz für die Messestädter.
Der gute Gastgeber Chemnitz zeigte sich formverbessert, konnte aber den Heimvorteil zumindest für den Gewinn der Bronzemedaille noch nicht nutzen. Es zeigt aber, dass auch neben Plauen und Leipzig auch in Chemnitz langsam, aber sicher die Früchte einer kontinuierlichen Nachwuchsarbeit geerntet werden können, wobei von den Truppen um Coach Ulrich Müller perspektivisch noch mehr erwartet werden muss.
Der OSC Potsdam konnte beim Endturnier nicht ganz an die guten Leistungen der Vor- und Zwischenrunde anknüpfen, verlor diesmal etwas überraschend alle vier Endrundenspiele mit drei oder mehr Toren. Die Mannschaft vom Trainerduo Harry Vollbert/Klaus Krohse konnte beispielsweise auch den SC Chemnitz nicht mehr bezwingen, was in der Vorrunde beim 11:6 und bei der Zwischenrunde beim 22:4 noch eindrucksvoll gelungen war.
Es zeigt sich aber einmal mehr, wie schnell sich bei den jüngsten durch systematisches Training die Potentiale verschieben können. Generell scheint aber die Landesgruppe Ost mit Blick auf die neue DM 2011 in Jugend D und dem neuen DSV-Pokal, der 2011 erstmals ausgespielt werden soll, gut aufgestellt. Für die DSV-Endrunde am 2. Dezember-Wochenende 2010 der Jugend D sind auch vier der sechs Mannschaften aus der Landesgruppe Ost, was noch einmal auf Titel und Medaillen hoffen lässt.



















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