Haie ohne Biss – Amateur Duisburg Deutscher Meister
DM-Endrunde Ju C: ASC Duisburg – WS Hannover 8:1 (3:0, 1:0, 2:0, 2:1)

Der neue Meister der C-Jugend 2010 heist ASC Duisburg. Foto: Ralf Fischbach/Deutschland-Wasserball.de
Duisburg.Der neue Deutsche Meister 2010 der C-Jugend heißt ASC Duisburg. Die Schützlinge von Trainer Oliver Müser, Manuel Büschler sowie Gabriele Elsenpeter gewannen heute das Endspiel in eigener Halle vor 350 begeisterten Zuschauern gegen enttäuschende White Sharks aus Hannover mit einem sensationellen 8:1 (3:0, 1:0, 2:0, 2:1). Damit wurden die Duisburger Meister und Pokalsieger 2010, und feiern so das begehrte Double. Hingegen enttäuschten die Jungs aus Niedersachsen von den Sharks Hannover auf ganzer Linie, sie sind wahrscheinlich mit dem Druck dieses Endspiels, dass sich erst durch einen Patzer der SG Neukölln Berlin, die Potsdam mit 4:7 unterlagen, wieder auftat, gar nicht fertig. Anders ist diese unterirdische Leistung im Finale wohl nicht zu erklären. Platz 2 ging an die SG Neukölln Berlin (7:3), Dritter wurde Hannover mit 6:4 Punkten vor Potsdam (6:4), Lünen (2:8) und Spandau Berlin (1:9).

Wellental der Gefühle: (Meister)-Trainer(innen) gehen baden. Foto: Ralf Fischbach/Deutschland-Wasserball.de
Duisburgs Trainer Oliver Müser sowie seine beiden Co, Manuel Büschler sowie Gabriele Elsenpeter, konnten ihr Glück kaum fassen. “Im Endspiel haben die Jungs aber wirklich alles richtig gemacht und ganz stark aufgespielt”, so Müser, der aber auch nicht verhehlte, dass er im Turnierverlauf etliche bange Minuten zu durchleben hatte. So nach dem 6:6 gegen Spandau Berlin und dem 7:7 gegen Neukölln Berlin und da schon die Titelträume begraben hatte. Und Büschler meinte: “Meine Nerven sind Achterbahn gefahren…aber wie!”

Das Dominik Schimanski (White Sharks Hannover) – bester Torhüter Leonard Grütte (OSC Potsdam) – bester Turnierspieler Nils Illinger (ASC Duisburg) Fabian Gromann (ASC Duisburg) Reiko Zech (SG Neukölln) Jan Zoske (SG Neukölln) Arne Borgschulte (SV Lünen 08). Foto: Ralf Fischbach/Deutschland-Wasserball.de
Von Beginn an waren die Duisburger (8:2 Punkte), die auch ein guter Gastgeber waren, im Endspiel die in allen Belangen dominierende Mannschaft. In diesem Vergleich hatten sie nicht einen einzigen Ausfall in ihren Reihen, spielten nun, die große Chance vor Augen, wie aus einem Guss. Der ASC Duisburg erwischte einen Traumstart, gewann gleich das erste Viertel mit 3:0 durch Tore von Nils Elsenpeter (2) und Erik Wedekind (1). Die WS Hannover hatten doch Mühe in ihr schwimmstarkes Spiel zu finden und nur eine echte Gelegenheit, ein Tor zu erzielen, was aber nicht gelang.
Und auch im zweiten Viertel wurde es nicht besser, wenn etwas aufs Duisburger Tor kam, dann wurde es eine sichere Beute von Christopher Hans im Tor des Gastgebers. Im Gegenzug konnten sich die Duisburger auch nicht wirklich durchsetzten, aber zumindest einmal kam Kapitän Fabian Gromann durch und erzielte das so wichtige 4:0, das einzige Tor in diesem 2. Viertel.
Nun war in der langen Pause Sharks-Trainer Michael Bartels gefordert, die Blockade in den Köpfen seiner Jungs zu lösen, denn sonst würde es nichts werden mit dem Titelgewinn und der Verteidigung des gleichen aus 2009 in Magdeburg… Und bei den ASCD-Fans kam die bange Frage auf: Spielen wir nun so gut weiter, oder geht es uns nun wieder so. wie gegen die SG Neukölln Berlin? Da hatten die Duisburger Jungs ein 5:0 noch aus den Händen und nur 7:7 gespielt.
Nein, es kam zum Glück für den lautstarken ASCD-Anhang nicht so: Die WS Hannover „rannten“ – fast schon verzweifelt – an, vergaben mehrere gute Möglichkeiten oder Christopher Hans hielt, und zweimal schlugen dann, die Amateure zurück. Sie taten in der Phase nicht so viel, aber das, was sie machten, hatte Hand und Fuß. So bei einer Überzahl, abgeschlossen durch Nick Möller und dann passierte es, drei Sekunden vor dem Ende das 6:0 durch Nils Illinger, mit Glück, aber so geht es, wenn man führt! Und dann begann das große Schaulaufen und das bis zum 8:1!
Die Haie zeigten sich im Finale ohne Biss, trafen erst in der letzten Minute des Spiels durch Gilbert Schimansky zum 1:8-Ehrentreffer. Nach dem Schlusspfiff saß der Schock bei den sonst so sympathischen Niedersachsen tief. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff saßen die sonst so erfolgreichen Trainer und Spieler apathisch auf der Bank, konnten das eben Erlebte nicht wirklich fassen. “Wir haben alles verkehrt gemacht, was es verkehrt zu machen gibt. Dabei hatten wir alles eindringlich besprochen”, schüttelte auch deren Trainer Mike Bartels den Kopf – so etwas hatte auch er noch nicht erlebt. Zumindest aber wurde die lange Saison mit Nordtitel und Nordpokal nun noch mit DSV-Bronze belohnt.Zufrieden hingegen war der neue Vizemeister, die SG Neukölln Berlin. Nach Silber im Pokal hatten sie nun auch Silber in der Meisterschaft gewonnen. “Gegen den Großteil der Auswahlmannschaften aus NRW und Niedersachsen haben wir uns gut verkauft”, bilanzierte Trainer Mario Schoubye nüchtern. Zwar müssen die Neuköllner nun weiter auf einen Titelgewinn in der C-Jugend warten, der letzte Erfolg stammt aus der Saison 1987/88, aber über Silber freuten sich die Jungs aus Britz auch mächtig.
Obwohl auch sie ein würdiger Meister gewesen wären: Sie hatten in ihrem letzten Spiel des Turniers nach drei Siegen und einem Unentschieden die große Chance mit einem Sieg im drittletzten Spiel des Turniers, selbst nach dem “Pott” zu greifen, unterlagen da aber bravourös kämpfenden und spielenden Potsdamern 4:7. Da schien es, als sei der Akku bei den Neuköllnern nicht mehr so frisch, die Kraft am Ende.Die tragischen Helden von Duisburg waren aber die jungen Potsdamer. Der Ostdritte um Trainer André Laube verschaffte sich gehörig Respekt, war für viele Experten spielerisch und kämpferisch die gefühlt zweitbeste Mannschaft des Turniers, und die ging am Ende mit der “Holzmedaille”, also Platz vier, der undankbarsten Platzierung nach Hause – so ungerecht kann eine Endrunde auch sein. Zwei wirklich unglückliche Ein-Tor-Niederlagen gegen Duisburg und Hannover und drei Siege mit 6:4 Punkten reichten wegen der Direkten-Vergleichs-Regelung nicht zum Sprung aufs Podest. Ganz Bitter, da sie mit ihrem Sieg im letzten Spiel gegen Neukölln dann der Steigbügelhalter für den eigentlich schon aus dem DM-Titel-Rennen ausgeschiedenen ASC Duisburg wurden.
NRW-Auswahltrainer Christian Vollmert, der vor Ort war, meinte dann auch: “Ganz großen Respekt vor der Leistung der Potsdamer, die gegen Neukölln groß aufspielten, obwohl sie da schon wussten, dass sie keine Medaillenchance mehr haben würden. Sie haben Duisburg zur Hälfte auf den DM-Thron verholfen…Ich hatte den Titel eigentlich schon abgehakt.”
Aber auch Spandau 04 Berlin und Lünen, die am Ende auf den Plätzen sechs und fünf einkamen, zeigten sich dieser kuriosen wie gleichermaßen verrückten Endrunde, wo fast jeder jeden schlagen konnte, absolut würdig. Dass die Lünener, die die frenetischsten Fans dabei hatten, sich am Ende noch über Platz 5 freuen konnten (16:14 gegen Spandau), war ein weiterer kleiner Mosaikstein, dieser rundum gelungenen und überaus spannenden Meisterschaft von Freitag bis Sonntag im schmucken Stadionbad in Duisburg. Dass der Meister wirklich erst im letzten, dem 15. Spiel gekürt wurde, ist dafür ein weiteres Indiz dafür. Von allen Seiten gab es nur Lob für den engagierten Gastgeber ASC Duisburg, der sich mit seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Helfern viel Mühe gegeben hatte für die vielen Fans, die Spieler und Trainer, die acht (!) Schiedsrichter, die zwei Turnierleiter, die zwei Sprecher und auch die Medienvertreter beste Bedingungen geschaffen hatten. Die nun letzte noch ausstehende Endrunde, die der Jugend D, steigt vom 4. bis 6. Dezember 2010 in Potsdam, wie DSV-Jugendsachbearbeiter Dietmar Niechcial in Duisburg bekannt gab und so das bestätigte, was letzte Woche schon als “erstes kleines Gerücht” in Fachkreisen die Runde machte…Der Dank von Deutschland-Wasserball.de geht an den ASC Duisburg mit Wasserballwartin Sabine Grohs und dem gesamten Team, Axel Garnatz, Robert Dudziak, Ralf Talaga, dem OSC Potsdam um André Laube, den Schieds- und Kampfrichtern sowie Volker Hungermann aus Berlin.
Alle Ergebnisse gibt es hier und die Abschlusstabelle der Meisterschaft!






















Herzlichen Glückwunsch an Duisburg und zu den Haien kann ich nur sagen: Hochmut kommt vor dem Fall
Auch von mir gratulation an den ASCD und auch an die SG Neukölln die nur knapp die Meisterschaft verfehlten.
zu Susannes Kommentar “Hochmut kommt vor den Fall”. Was soll damit gemeint sein? Niemand von uns ging in die Meisterschaft oder in das Spiel und meinte die machen wir locker fertig oder ähnliches. Wir haben kein gutes Turnier gespielt und können uns mit dem (vielleicht etwas glücklichen) 3. Platz zufrieden geben,aber ein solchen Kommentar finde ich total unangebracht und meiner Mannschaft gegenüber einfach respektlos.
Glückwunsch an Duisburg, habt ihr super gemacht. Zu dem Kommentar von Susanne kann ich nur sagen, ich finde ihn überhaupt nicht respektlos, sondern angebracht. Auch der Außenauftritt unserer “Stars” sollte angemessen sein.