Meistertrainer Oliver Müser legt Traineramt nieder
DM-Endrunde C: Potsdam stolz auf starken vierten Platz

Da träumt er noch gut gelaunt von der Meisterschaft, doch am Sonntag nach dem Titelgewinn legte Trainer Oliver Müser sein Amt als C-Jugendtrainer beim ASCD nieder. Foto: Ralf Fischbach
Auf Nachfrage von Deutschland-Wasserball äußerte Oliver Müser freimütig: “Mein Entschluss stand schon vor dem Turnier fest. Natürlich habe ich nichts gesagt, um den Erfolg nicht zu gefährden – umso schöner, dass es jetzt mit dem Titel geklappt hat. Die Arbeit mit den Jungs hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und deshalb ist mir der Schritt sehr schwer gefallen. Mein erster Jahrgang als Trainer waren die 79er und als Spieler habe ich 1985 begonnen- da hat man viele positive Erinnerungen.”
Weitere Beweggründe wollte Oliver Müser im Detail nicht nennen. Dementiert hat er aber Verlautbarungen, dass er aus beruflichen Gründen, kürzer trete, das sei definitiv nicht der Fall. Spekulationen über seine Zukunft könne er zwar zu diesem Zeitpunkt nicht vermeiden. Er betonte, dass er beim ASCD aufgehört habe, weil er das als notwendig erachtete. Das habe ihn letztendlich zum Niederlegen seines Amtes bewegt.
Beim ASCD auf der Vereinshomepage heißt es dazu offiziell: “Der gesamte Vorstand bedankt sich für den nimmermüden Einsatz und das Engagement von Oliver, es waren lange, intensive und sehr erfolgreiche Jahre der Zusammenarbeit, und für den weiteren Lebensweg wünschen wir Oliver viel Erfolg.”
Die Meisterschaft aus Sicht des ASCD
Duisburg. So kann es gehen, Freude und Leid liegen oftmals dicht beieinander. Am frühen Sonntagmorgen schien für die Amateure der erhoffte Titeltraum zu Ende zu sein, nach dem Spiel gegen einen der weiteren Favoriten, die SG Neukölln, schon die zweite Punkteteilung, 7:7, wie schon gegen den weiteren Ostvertreter, Wf Spandau, nur ein Unentschieden. Tränen und Enttäuschung in den Gesichtern der Jungs von der Wedau, die eigentlich sichere 5:0-Führung aus den Händen gegeben.
Zwar noch kein Match auf der Titelrunde im Duisburger Schwimmstadion verloren, aber jetzt war doch wohl schon alles vorbei. Die SG Neukölln mit dem vermeintlich leichterem Restprogramm, als aktueller Meister der Ostdeutschen Meisterschaft wartete ein guter Bekannter aus dieser Serie in der letzten Begegnung, das Team des OSC Potsdam, Dritter der zitierten Meisterschaft.
Die Mannschaft aus Brandenburg musste auch noch auf den etatmäßigen Torhüter, wegen brutalem Spiels in einer der vorherigen Partien gesperrt, verzichten. Doch wer hier ein Schaulaufen der Berliner erwartet hatte, musste sich immer wieder verwundert die Augen reiben.
Die Potsdamer zerstörten die vorzeitigen Titelträume der Neuköllner, denen auch schon ein Punkt zur Meisterschaft gereicht hätte, und siegten hochverdient mit 7:4(2:1, 2:1, 1:1, 2:1)-Toren. Das Tor zur Meisterschaft war jetzt wieder offen, noch drei Mannschaften konnten sich nun die Krone holen. Das Zepter des Handels lag jetzt wieder bei den Amateuren und den White Sharks Hannover. Der Sieger dieser Partie wäre Deutscher Meister, bei einer Punkteteilung wären die Neuköllner wieder ganz oben.
Sonntagabend, 17:40 Uhr: Der Anpfiff, die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt, über vierhundert Zuschauer wollen diesen Krimi verfolgen. Das Drehbuch ist perfekt, das letzte Match dieser drei Tage in Duisburg entscheidet alles. Lautstark feuern die Duisburger Fans ihr Team an, und die Jungs zeigen von der ersten Sekunde an, dass sie den Erfolg wollen und wer hier Hausherr ist. Druckvoll, sicher kombinierend und ganz stark in der Defensive. Tore erzielten nur die Duisburger.
Amateur-Kapitän Fabian Gromann zieht sein Team mit, und besorgt auch noch die ganz wichtige 1:0-Führung. Max Marker in der Centerposition, er zwingt die Aufmerksamkeit der gegnerischen Spieler auf sich, durch sein kraftvolles Spiel bindet er immer wieder mehrere Gegenspieler.
Nach drei Spielminuten eine weitere Belohnung für den engagierten Auftritt der Hausherren, Erik Wedekind erfolgreich, einfach mutig abgezogen, drin, 2:0. Damit war aber in diesem Viertel noch nicht Schluss, Nils Elsenpeter, in seinem besten Spiel dieser Endrunde, erhöht auf 3:0. Ein anderer Amateur besonders im Blickpunkt, der alle überragende Spieler im Wasser, ASCD-Torhüter Christopher „Hansi“ Hans, unglaubliche Reflexe, fast schon unglaubliche Paraden. „Hansi“ ließ die Hannoveraner verzweifeln, aus allen Lagen versuchten die Spieler des Gegners, ein Tor zu erzielen, kein Durchkommen. „Hansi“ ist zur Stelle, durch seine weiten Pässe leitet er auch immer wieder gefährliche Angriffe ein.
Im zweiten Spielabschnitt holten die White Sharks die Brechstange raus, allerdings hatten die Jungs um Trainer Oliver Müser etwas dagegen, optimaler Einsatz, wieder keinen Treffer zugelassen, Fabian Gromann, der ASCD-Kapitän, zeigt vielmehr seine individuelle Klasse, schnell reagiert, aus der Defensive gestartet, allen Gegnern das Nachsehen gegeben, und alleine auf den Torwart der White Sharks zugestürmt, Fabian behält auch im Abschluss die Nerven, 4:0. Jetzt in die Pause, etwas verschnaufen.
Würde jetzt die Großoffensive der Sharks kommen? Doch Zähne zeigten wieder nur die Duisburger, Nick Möller schließt ein mustergültiges Überzahlspiel erfolgreich ab, 5:0. Auch in dem Abschnitt steht die Defensive. Die Jungs von der Wedau wissen auch weiter einen sicheren Rückhalt zwischen den eigenen Pfosten, „Hansi“!!!! Wo hat der seine Reaktion her, das ist schon fast nicht mehr zu glauben, ahnt er, wo der Gegner hinzielt? Keinen Treffer zugelassen, das ist beeindruckend.
Wütende Angriffsversucher der WS Hannover, aber doch ziemlich einfallslos. Auf der anderen Seite ein anderes Bild, wenn es einmal richtig läuft, dann klappt auch fast alles: Nils Illinger zieht einfach bei drei verbleibenden Sekunden per Rückhand ab, der Ball schaukelt sich hinter die Linie, dabei sah der gegnerische Torhüter nicht sehr gut aus, 6:0, Ende des dritten Viertels.
Anpfiff zu den letzten acht Minuten des Turniers, würden die Amateure die Nerven behalten? Am frühen Sonntagmorgen verspielten die Jungs noch eine 5:0-Führung gegen die Neuköllner. Aber die Fans am Beckenrand konnten keine Schwächen erkennen, nervenstark, Akzente setzend, und mit weiteren Torerfolgen. Nils Illinger mit einem Wurf aus der zweiten Reihe, der passte millimetergenau in das rechte Eck, 7:0.
Nicht nachgelassen, Fünfmeter-Strafwurf rausgeholt und selbst sicher verwandelt, der quirlige Nils Elsenpeter, 8:0, und noch etwas mehr als fünf Minuten. Sollte hier noch etwas anbrennen? Nein, bemerkenswert, dass die WS Hannover erst in der letzten Spielminute zu ihrem Ehrentreffer kommen konnten, 8:1, das war auch Endergebnis.
Die Zuschauer in der Halle toben, Trainer, Co-Trainer und die Betreuerin müssen mit voller Montur im Wasser, „We are the champions“, die Queen-Hymne begleitet die Freude des neuen Meisters. Nach dem Gewinn des DSV-Pokals nun auch der zweite zu vergebende nationale Titel für den ASC Duisburg
Interessant: Kein Pflichtspiel in der jetzt zu Ende gegangenen Saison verloren, alle möglichen Titel auf Landes- und Bundesebene geholt, wer hätte das vor der Saison für möglich gehalten? Aber der tägliche Trainingseinsatz aller Akteure wird damit reichlich belohnt.
Ja, Freud und Leid liegen dicht beieinander, die Neuköllner nun Zweiter, die WS Hannover Dritter. Es waren drei ereignisreiche Tage, alle Spiele brachten Spannung, knappe Ergebnisse, und auch auch Überraschungen. So wünschen sich die Zuschauer Endrunden, alle teilnehmenden Teams müssen bis zur letzten Minute vollen Einsatz bringen, um die begehrten Punkte zu holen.
„Danke an alle, die auf unserer Seite waren. Deutscher Meister vor eigenem Publikum zu werden, ist der Wahnsinn. Wir haben in dieser Saison alle Titel geholt, sind ungeschlagen geblieben und unser Traum wurde zur Realität – so höre ich gerne auf…“, freute sich der Erfolgstrainer nach dem Turnier. Oliver Müser gab seinen Rückzug als Trainer bekannt: “Man soll bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist!”
Jungs mit Moral und Herz
Potsdam. Bei Potsdam hätte der Turnierverlauf nicht unglücklicher sein können, aber die Mannschaft kann stolz auf sich sein“, so Trainer André Laube. „Die Jungs haben Moral und Herz gezeigt. Das Team ist durch dieses Erlebnis noch enger zusammengerückt.“ Vorangetrieben durch die kleine. aber lautstarke Fangruppe gingen die OSC-Jungs in jedem Spiel trotz zwischenzeitlicher Rückschläge bis an die Schmerzgrenze. Aus einer tollen Mannschaftsleistung ragte Center Leonard Grütte heraus, der mit 16 Treffern mit Arne Borgschulze (Lünen) nicht nur bester Schütze des Turniers war, sondern auch mit großer Mehrheit zum “Besten Spieler” der Endrunde gewählt wurde.
Gegen Duisburg ging der OSC nach raschem 0:2-Rückstand im dritten Viertel sogar 5:4 in Führung. Der letzte Abschnitt wurde allerdings 1:3 und so die Partie 6:7 verloren. Gegen Hannover waren die Havelstädter über weite Phasen das bessere Team, vergaben aber in der Schlussphase eine Reihe hochkarätiger Chancen. Beim 5:6 (1:2, 1:2, 2:2, 1:0) verließen sich die White Sharks auf ihren starken Keeper Dominik Schimanski und hatten dabei viel Glück.
In einer hektischen Partie gegen den SV Lünen führte der OSC im Schlussviertel bereits 13:8. Nach einer vollkommen überzogenen Schiedsrichterentscheidung wurde Torwart Lion Zeisberg für den Rest des Spieles ausgeschlossen. Ohne Keeper und in Unterzahl gewannen die Potsdamer die letzten drei Minuten dennoch mit 2:1 zum Endstand von 15:10 (4:3, 5:1, 2:2, 4:4).
Zu allem Überfluss wurde Zeisberg für die beiden Partien am Sonntag gesperrt. „Eine nicht nachvollziehbare Entscheidung“, wetterten Potsdams Trainer, schwörten ihr Team aber gut ein. „Ab diesem Zeitpunkt ging es nicht mehr um Medaillen, sondern um Teamgeist und Zusammenhalt. Alle haben noch einmal zugelegt und füreinander gekämpft“, erklärte Co-Trainer Jacob Drachenberg die Trotzreaktion der Mannschaft.
Centerverteidiger Max Kössler stand nun zwischen den Pfosten und machte seine Sache sehr anständig. Gegen Spandau erspielte sich der OSC beim 11:9 (2:2, 5:2, 2:2, 2:3) den vierten Platz, wobei Leonard Grütte gleich sechs Treffer erzielte. Trotz der unveränderlichen Platzierung hängten sich die OSC-Akteure gegen Neukölln berlin noch einmal richtig rein, gingen rasch in Führung und brachten diese über die Zeit. 7:4 (3:2, 1:0, 1:1, 2:1) siegte das Laube/Drachenberg-Team und verhagelte den bis ungeschlagenen Berlinern die Meisterschaft.
„Die Jungs haben sich Respekt verschafft. Viele Fachleute sprachen über das Kämpferherz dieser Mannschaft voller Hochachtung. Der OSC wird noch sehr viel Freude an diesen Jungs haben“, so Laube. (AL)
Platz 3 für den Nordmeister
Hannover. Die C-Jugend der White Sharks belegte am Wochenende in Duisburg bei der Deutschen Meisterschaft Rang 3 und erreichte damit den angestrebten Platz auf dem „Treppchen“. Durch drei Siege über Spandau 04 Berlin (10:8), den OSC Potsdam (6:5) und den SV Lünen (18:8) und eine Niederlage gegen die SG Neukölln berlin(4:8), hätte das Team durch einen Sieg im letzten Spiel gegen den ASC Duisburg sogar den Titel nach Hannover holen können. Doch die Nerven spielten einigen jungen Spielern einen Streich und das Spiel wurde unerwartet deutlich mit 1:8 verloren. Fazit: Ziel erreicht, aber es war mehr drin!
WS-Torwart, Dominik Schimanski, wurde zum besten Torhüter der DM gewählt. (MB)
Deutscher Meister 2010
ASC Duisburg mit: Christopher Hans, Benjamin Wachmann – Nils Illinger(9 Tore), Nils Gehlen(1), Erik Wedekind(5), Fabian Gromann(7), Max Möller(2), Lennart Strauch(1), Nick Möller(7), Nils Elsenpeter (9) Ben Brauer, Max Marker (2), Robin Fuhrmann (2). Trainer: Oliver Müser. Co-Trainer: Manuel Büschler. Betreuerin: Gabriele Elsenpeter
WS Hannover-Aufstellung:
White Sharks mit: Dominik und Gilbert Schimanski (8 Tore), Marvin Götz (4), Felix Struß (11), Julius Peters, Paul Hornbostel (1), Leon Eilermann (6), Kevin Janik, Emil Schepers, Sven Grüneberg, Hannes Gläser Joel Werner (4), Dustin Bauch und Connor Fröhle (5). Trainer: Mike Bartels. Co-Trainer: Thomas Struß. Betreuer: Jörg Deike.
OSC-Aufstellung:
Potsdam spielte mit: Lion Zeisberg (drei Spiele), Maximilian Reihs, Max Kössler (4), Philipp Boreck (1), Henry Jaeschke (1), Julian Drachenberg (7), Sascha Herold (5), Lukas Küppers (5), Leonard Grütte (16), Thilo Popp, Ferdinand Korbel (3), Gabriel Satanovsky (1), Frederick Korbel (1), Phillip Eckelmann. Trainer: André Laube. Co-Trainer: Jakob Drachenberg. Betreuer: Florian Lemke.


















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