Fünfter Triumph für Nordrhein-Westfalen in Folge
31. Alves-Pokal: Plätze 2 und 3 an Brandenburg und Berlin
Hannover. “The Same Procedure as every Year” – im Sinne von “Die gleiche Prozedur wie jedes Jahr” gab es beim Jörg-Rainer-Alves-Pokal in Hannover: Beim diesjährigen nationalen Ländervergleich der männlichen C-Jugend (spielberechtigt waren die Jahrgänge 1996 und jünger) setzte sich in seiner 31. Ausghabe erneut die Auswahl Nordrhein-Westfalens durch, und holte damit den fünften (!) Titel in Folge beim Alves-Pokal. Im Finale siegte Nordrhein-Westfalen deutlich mit 14:4 gegen Brandenburg. Bronze ging durch ein 16:6 gegen Gastgeber Niedersachsen an Berlin und Fünfter wurde Sachsen nach einem verdienten Sieg über Bayern.
Das Auswahlteam der Wasserball-Hochburg Nordrhein-Westfalen hatte in der Vorrundengruppe A wenig Probleme mit der Konkurrenz, einzig der spätere Finalgegner Brandenburg konnte den Titelverteidiger am Samstagmorgen bei der 4:8-Niederlage etwas in Bedrängnis bringen. Den Einzug ins Halbfinale sicherten sich die Brandenburger durch einen 5:0-Erfolg gegen Sachsen, das den dritten Platz in dieser Gruppe belegte. Spannung gab es im Duell zwischen Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, das mit einem 12:12-Unentschieden endete, und so den Süddeutschen dank der besseren Tordifferenz zum vierten Platz reichte.
In der Gruppe B gab es wie erwartet ein Duell um den Gruppensieg zwischen Gastgeber Niedersachsen und Berlin. Nach einer knappen 4:3-Halbzeitführung entschieden die Bundeshauptstädter dieses Duell am Samstagvormittag mit 9:5 für sich und holten sich dank problemloser Erfolge in den übrigen Begegnungen damit den Vorrundensieg vor dem Team des Landesschwimmverbanmd Niedersachsen, das sich mit dem zweiten Platz in der Gruppe bereits eine Platzierung unter den “Top 4″ sicherte. Bayern holte sich nach einem 10:6-Sieg gegen Hessen den dritten Platz, Schlusslicht dieser Gruppe war die erstmals gestartete Auswahl Schleswig-Holsteins.
Die beiden Halbfinalbegegnungen waren am Samstagabend dann von recht unterschiedlicher Natur: Titelverteidiger Nordrhein-Westfalen bestätigte seine Ausnahmestellung mit einem Kantersieg gegen Niedersachsen, nach einer 9:0-Halbzeiführung siegten die Westdeutschen am Ende gleich mit 22:4. Hochspannung dagegen im zweiten Halbfinale zwischen den Nachbarn Berlin und Brandenburg, hier gelang den Brandenburgern nach einem 2:5-Halbzeitrückstand noch eine Aufholjagd zum 5:5-Unentschieden, und im Strafwurfwerfen behielt der Vorrundenzweite dann die Oberhand.
Am Sonntag folgten dann die Finalspiele um die Endplatzierungen. Hier holte sich Schleswig-Holstein durch ein 16:10 gegen Sachsen-Anhalt Platz 9, anschließend setzte sich Baden-Württemberg im Spiel um Platz 7 mit 12:7 gegen Hessen durch. Im Duell um den 5. Platz siegte Sachsen mit 13:8 gegen Bayern, und anschließend folgte der Kampf um die Bronzemedaille. Hier konnte Gastgeber Niedersachsen im Gegensatz zur Vorrunde nicht mit Berlin mithalten, und verpasste durch eine 6:16-Niederlage eine Medaille. Auch das Endspiel bot dann nicht viel Spannung, NRW führte zur Halbzeit bereits mit 6:2, und setzte sich dann sogar bis auf einen 14:4-Endstand ab, sodass der Alves-Pokal verdientermaßen zum fünften Mal in Folge nach Nordrhein-Westfalen geht.
Auch bei den Sonderehrungen war der Sieger vertreten und stellte mit Marcel Schnabl den “Besten Spieler” des Turniers. Als “Bester Torhüter” wurde Lion Zeisberg vom Finalisten Brandenburg gewählt, die Auszeichnung als “Bester Torschütze” ging an Dmitri Braschezki aus Sachsen.
Aus Sicht des Landesschwimmverbandes Brandenburg
Die beste Platzierung des Landesschwimmverbandes Brandenburg beim größten und ältesten Wasserball-Auswahlturnier Deutschlands, erreichte das C-Jugend-Team des Landes Brandenburg der Jahrgänge 96 und jünger. Die Mannschaft von Landestrainer André Laube mit elf Spielern des OSC Potsdam und drei Jungs der SG Waba Brandenburg spielte sich bis ins Finale, hatte dort beim 4:14 (0:3, 2:3, 1:4, 1:4) aber dem LSV Nordrhein-Westfalen nicht mehr viel entgegenzusetzen.
„Sicher wollten wir auch das Endspiel etwas enger gestalten. Die Jungs können aber auf die Gesamtleistung im Turnier stolz sein“, bilanzierte Laube. Bei bisher 19. Teilnahmen des LSV Brandenburg gab es lediglich 2005 eine Bronzemedaille. Nun konnten sich die Havelstädter auf den Silberrang spielen.
In der Gruppenphase siegte Brandenburg 19:6 (5:2, 5:2, 4:0, 5:2) gegen Sachsen-Anhalt, gegen Sachsen 5:0 und 5:3 (0:1, 2:0, 0:1, 3:0) gegen Baden-Württemberg. Damiz spielte sich Brandenburg auf den zweiten Gruppenrang.
Im Halbfinale ging es nun gegen den Sieger der anderen Staffel, das Team aus Berlin. Trotz guter Möglichkeiten in der Anfangsphase erzielten zunächst die Hauptstädter das 1:0. Lukas Küppers glich zwar per Strafwurf aus, doch im zweiten Viertel zog Berlin bis auf 5:2 davon. „Das Spiel schien entschieden, doch die Jungs haben unglaublich gekämpft“, verdeutlichte Laube. Die komplette zweite Halbzeit blieb das Brandenburger Team ohne Gegentreffer.
Ein Doppelpack von Max Kössler im dritten Abschnitt brachte die Mannschaft auf 4:5 heran. Im intensiven Schlussviertel verwandelte Küppers drei Minuten vor dem Abpfiff einen weiteren Strafwurf zum vorläufigen Endstand von 5:5 (1:1, 1:4, 2:0, 1:0). Im fälligen 5-Meter-Werfen trafen Gabriel Satanovsky, Kapitän Philipp Boreck, Henry Jaeschke und Lukas Küppers sicher, während Brandenburgs Keeper Lion Zeisberg, der auch zum “Besten Torhüter” des Turniers gewählt wurde, zwei Würfe der Berliner parierte.
Im Finale am Sonntag gegen die Westdeutschen fehlte die Kraft, um wirklich gefährlich zu werden. Zu verhalten agierte Brandenburg im Angriff. Beim 2:5 im zweiten Viertel keimte zwar noch einmal etwas Hoffnung, danach wollte aber nicht mehr viel gelingen. Beim 4:14 trafen Küppers (3) und Boreck.


















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