Bleibt der Pokal in der Hauptstadt oder weiter im Ruhrpott?
38. Turbo-Pokal, Männer: Spandau und Duisburg heute im Finale
Von Ralf Fischbach und Peter Röhle
Im Wasserball freilich scheint auch im Pokal schlichtweg das Recht des Stärkeren zu gelten. Das beweist die seit 1972 währende Geschichte des heute als Turbo-Cup firmierenden Wettbewerbs. Gerade mal sieben Mannschaften haben sich bei den bisherigen 38 Austragungen in die Siegerliste eingetragen. Vier davon sind mit Spandau 04 Berlin (26 Mal Gewinner), ASC Duisburg (3 Mal Gewinner – 1972, 1989, 2010), Würzburg 05 (1978) und dem SV Cannstatt (1973) beim Final Four in der Schöneberger Schwimmhalle seit gestern aktiv. Im ersten Halbfinale gewann der aktuelle Meister Spandau 04 Berlin ohne Mühe mit 22:4 (6:1, 5:1, 3:1, 8:1) gegen den SV Cannstatt, Pokalverteidiger ASC Duisburg hatte zuvor gegen Würzburg 05 beim 17:4 (2:0, 1:1, 7:2, 7:1) die Oberhand behalten.
So kommt es heute zum erwarteten Spiel um Platz 3 um 13:45 Uhr zwischen dem SV Würzburg 05 und dem SV Cannstatt. Um den Pott geht es ab 18 Uhr, wenn der Pokalverteidiger ASC Duisburg und die Wasserfreunde Spandau 04 das Finale um den Turbo-Cup bestreiten.Da kommt es zur Fortsetzung des Spandau-Duisburg-Thrillers – mit offenem Ausgang. „Die Chancen stehen fifty-fifty“, meint Nationaltrainer Hagen Stamm, der die besondere Herausforderung für den Gastgeber darin sieht, „Spannung und Motivation hoch zu halten“.
Duisburg habe im Meisterschaftsfinale auf Augenhöhe gespielt, jeglichen Respekt vor den Spandauern abgelegt und sei hungrig darauf, den nationalen Souverän vom Thron zu stoßen. Im Vorjahr gelang das den Westdeutschen bereits einmal, als sie die Berliner mit Heimvorteil im Pokalviertelfinale mit 6:5 eliminierten und anschließend folgerichtig den „Pott“ in den (Ruhr-)“Pott“ holten. Das war der erste nationale Titelgewinn für den Verein seit dem Pokalsieg 1989.
Die Vorjahresschlappe ist allerdings auch für den 26-maligen Cup-Gewinner aus der Hauptstadt ein Anreiz, diese Scharte auszuwetzen. „Wir wollen, dass der Pott zurück aus dem Pott zu uns kommt. Wenn man ihn schon 26 Mal gewonnen hat, dann kann man doch wohl getrost sagen, dass er bei uns in die Vitrine gehört und in Berlin zu Hause ist“, verdeutlicht Spandaus Manager Peter Röhle. Die Spannung und die Erwartung vor dem Final Four sind jedenfalls gewaltig, auch wenn die Aufmerksamkeit der Medien wohl wieder mal auf den „großen Bruder“ Fußball fokussiert ist, der ebenfalls am Samstag im Olympiastadion das DFB-Pokalfinale zwischen Schalke 04 und dem MSV Duisburg austrägt. „Aus Berliner Sicht geht bei uns jedenfalls das eigentliche Highlight über die Bühne. Die Chance, einen Sieger aus der Hauptstadt zu erleben, ist in Schöneberg garantiert 50% – und ich meine noch mehr – höher“, scherzt Röhle.
Als der DSV-Pokalwettbewerb 1972 aus der Taufe gehoben wurde, war er zunächst einmal so etwas wie der Ersatz für die Meisterschaft. Die nämlich war wegen der Vorbereitung des Nationalteams auf die Olympischen Spiele in München ausgesetzt worden. Auch 1936 war das schon einmal der Fall gewesen. Damals holten die Deutschen dann Olympia-Silber, in München wurde sie Vierte.
Danach wurde der Pokalwettbewerb in unterschiedlichen Modi gespielt, seit 1998 (Ausnahme 2009) ist ein Final Four-Turnier Usus. Pokal-Finalduelle, an denen eines oder mehrere der vier Teams der diesjährigen Endrunde beteiligt waren, gab es seitdem übrigens bereits sieben Mal. Immer mit dem Sieger Wasserfreunde Spandau 04 Berlin: 2001 gegen Cannstatt (9:4), 2002 gegen Duisburg (10:3), 2004 wiederum gegen die Westdeutschen (12:4), 2005 und 2006 jeweils gegen Cannstatt (17:9 bzw. 8:6), 2007 gegen Würzburg (19:4) und 2008 gegen ASC Duisburg (9:8). Es bleibt also spannend, zumal in der Meisterschaft alle vier Spiele mit einem Tor für die jeweilige Mannschaft ausgingen.
Und auch im Spiel um Platz drei sollte alles möglich sein, da trifft Würzburg aus der A-Gruppe auf Cannstadt aus der Gruppe B und zwei alte Bekannte aus den Pry-Play-offs. Da gab es folgende Ergebnisse: SV Cannstatt – SV Würzburg 05 12:7, SV Würzburg 05 – SV Cannstatt 9:7, SV Würzburg 05 – SV Cannstatt 6:5, SV Cannstatt – SV Würzburg 05 14:8, SV Würzburg 05 – SV Cannstatt 17:15.



















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