Teams aus Westen haben nicht die Spur einer Chance
DSV-Pokal, Ju D: Potsdam gewinnt – Hannover Zweiter
Düsseldorf. Die Nachwuchswasserballer des OSC Potsdam aus der Landesgruppe Ost haben sich in einem dramatischen Endspiel nach einem 5:9-Rückstand doch noch mit einem 18:13-Erfolg gegen die Jungs von den White Sharks Hannover den erstmals ausgespielten DSV-Pokal in der D-Jugend (Jahrgang 98 und jünger) gesichert. Im Bad Flinger Broich in Düsseldorf triumphierten die Brandenburger des Trainergespanns Philip Uhlig und Dennis Richter mit 18:13 (4:5, 1:3, 6:1, 7:4) gegen die schwimmstarken Niedersachsen und konnten sich von DSV-Jugendsachbearbeiter Dietmar Niechcial die goldenen Plaketten umhängen lassen. Die Plätze drei und vier gingen an die Westvertreter Düsseldorfer SC und Bayer 08 Uerdingen.
Mit dem Sieg im erstmals ausgespielten Endturnier am Sonnabend in Düsseldorf holte der OSC bereits den neunten nationalen Jugendtitel, den ersten in 2011, an die Havel. „Die Jungs sind trotz der angeheizten Stimmung im Bad während des Finales cool geblieben“, lobte der erst 20-jährige Coach Philip Uhlig. „Unsere taktischen Vorgaben wurden gegen Hannover ganz toll umgesetzt. Der Sieg im Endspiel war verdient“, ergänzte sein Brandenburger Assistent Dennis Richter,der aber auch im spielerischen Bereich noch Reserven erkannte.
Der erfahrende Trainer aus Hannover, Mike Bartels bilanzierte: „Es ist toll, wir gut sich unsere Mannschaft in den letzten sechs Monaten entwickelt hat. Das Team hat alles gegeben. Vielleicht waren wir etwas übermotiviert, kassierten deswegen zu viele Hinausstellungen. Trotzdem bin ich stolz auf Ira und die Jungs. Glückwunsch an den Pokalsieger aus Potsdam. Bei der Deutschen Meisterschaft werden wir versuchen, den Spieß umzudrehen“, blickte Bartels bereits auf das nächste Großereignis am Ende des Jahres.
In den zwei Halbfinals zuvor hatten die Ostdeutschen den SV Bayer Uerdingen (West 2) 35:2 (10:0, 11:2, 8:0, 6:0) bezwungen, und auch der Nordvertreter aus Hannover machte gegen den Westersten, dem Düsseldorfer SC, beim 43:6 mehr als nur kurzen Prozess – das Leistungsgefälle zwischen Nord/Ost und den beiden Westvertreten war doch überraschend deutlich.
Der bereits am Freitag angereiste OSC ging mit viel Spielfreude und voller Elan ins Halbfinale gegen Bayer Uerdingen. Ohne Mühe beherrschten die Potsdamer die Westdeutschen. Bereits nach dem ersten Viertel (10:0) waren die Fronten geklärt. Beim 35:2 erzielten Jona Lieckfeldt (14), Daniel Reimer (7), Florenz Korbel (3), Leon Bottke, Thilo Popp, Levi Gora, Alexander Schwarze (je 2), Tobias Knüttel, Roman Woelky und Benjamin Ebersbach (je 1) die Tore.
Ebenfalls keine Blöße gaben sich die White Sharks Hannover in ihrem Halbfinale gegen den gastgebenden Düsseldorfer SC und besiegten die Jungs von Trainer Sebastian Berthold klar und deutlich mit 43:6. Damit trat in beiden Fällen ein, was Berthold schon im Vorfeld prognostiziert hatte, nämlich, dass beide West-Vertreter keine Chance haben würden.
Im Finale fand der OSC zunächst gut ins Spiel. Jona Lieckfeldt brachte sein Team schnell 2:0 in Front. Die technisch starken Hannoveraner ließen sich aber nicht beirren, glichen den Rückstand konnte Philipp Dolff innerhalb von 30 Sekunden durch zwei sehenswerte Tore zum 2:2 aus und hatten auch auf die nächsten beiden Treffer Jona Lieckfeldts die passende Antwort durch Tore von Alexander Bayer, Ira Deike und Erik Mai parat und konnten so das 1. Viertel mit 5:4 gewinnen.
Das zweite Viertel gehörte allein den White Sharks. Einem Tor Lieckfeldts zum 5:6 standen drei Buden der Niedersachsen von Philipp Dolff, Rafael Nawrat und Ira Deike gegenüber, so das die Niedersachsen zur Halbzeit mit 8:5 führten.
Als nach dem Seitenwechsel der Treffer zum 9:5 durch Alan Selman fiel, schien das Spiel für Hannover entschieden. Doch erhielt danach Rafael Nawrat seine dritte Herausstellung, wie zuvor im zweiten Abschnitt Alexander Bayer. „Da bahnte sich für uns die Niederlage wohl schon an“, stellte Trainer Bartels im Nachgang sachlich undnüchtern fest.
Zumal sich der OSC nun deutlich straffte: Die Abwehr um den starken Keeper Tobias Knüttel ließ nun nichts mehr zu, während im Angriff Center Daniel Reimer (2), Jona Lieckfeldt (2), Kapitän Thilo Popp und Benjamin Ebersbach mit sechs Toren in Folge das Spiel zum 11:9 für Potsdam drehten. Im Schlussviertel wurde es noch einmal eng, über den zwischenzeitlichen Ausgleich (11:11, 12:12) durch Philipp Dolff (zwei Tore) kamen die White Sharks aber nicht mehr hinaus, teilweis wirkten sie nun wie gelähmt. Zum umjubelten 18:13-Endstand trafen schließlich für Potsdam Jona Lieckfeldt (3), Leon Bottke (3) und Daniel Reimer, Potsdam spielte nun wie entfesselt auf und gewann verdient.
Für Jung-Trainer Uhlig ist der Deutsche Pokal nach dem Gewinn der deutschen D-Jugend-Meisterschaft 2008 bereits der zweite Titel in seiner Übungsleiter-Karriere. „Das ist schon etwas Besonderes. Es ist toll, wenn sich solch großes Engagement in dieser Form auszahlt“, brachte André Laube, sportlicher Leiter der OSC-Wasserballer, seine Gedanken auf den Punkt.
In der Partie um die Bronze-Medaille gegen Gastgeber Düsseldorf kämpften die Uerdinger tapfer mit und versuchten alles, endlich gegen einen Sieg gegen den DSC einzufahren. Am Ende fehlte leider einiges, nicht zuletzt, da Kapitän David sich nicht wie gewohnt um den stärksten Angreifer der Düsseldorfer – Dennis Streleskij – kümmern konnte. Das Spiel endete mit einer 14:23–Niederlage und Platz 4 für die junge Bayer-Mannschaft.Düsseldorf behauptete mit diesem Sieg die West-Vorherrschaft. (AL/MB/BL)
Deutscher Pokalwettbewerb der D-Jugend 2011, Endrunde in Düsseldorf
Termin: Sonnabend, den 11. Juni 2011
SV Bayer 08 Uerdingen – OSC Potsdam 2:35
White Sharks Hannover – Düsseldorfer SC 43: 6
Um Platzt 3:
SV Bayer 08 Uerdingen – Düseldorfer SC 14:23
Finale:
OSC Potsdam – White Sharks Hannover 18:13
Abschlussstand:
1. OSC Potsdam
2. White Sharks Hannover
3. Düsseldorfer SC
4. SV Bayer Uerdingen
Potsdam spielte mit: Tobias Knüttel (1) – Roman Woelky (1), Leon Bottke (5), Benjamin Ebersbach (2), Levi Gora (2), Lennart Buhholz, Florenz Korbel (3), Noah Natzke, Thilo Popp (3), Daniel Reimer (10), Jona Lieckfeldt (24), Alexander Schwarze (2). Trainer: Philip Uhlig/Dennis Richter.
Hannover spielte mit: Jan Albrecht -Max Armbrecht, Alexander Bayer, Jonas Boyemann, Philipp Dolff, Ira Deike, Justus Gläser, Phillip Kubisch, Erik Mai, Rafael Nawrat, Oliver Nawrat, Joel Plumhoff, Tom Skodda und Marvin Sprintge. Trainer: Michael Bartels, Marvin Wawoczny und Dr. Jörg Deike.


















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