Deutsche Damen wollen heute EM-Ticket endgültig buchen
EM-Qualifikation, Frauen: Deutschland empfängt Frankreich
Uerdingen. Nur drei Tage nach den Männern will sich auch die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft der Frauen ihren Startplatz bei der Europameisterschaft 2012 in den Niederlanden sichern. Das Team von Bundestrainer René Reimann empfängt heute um 16.30 Uhr in der Bayer-Traglufthalle am Waldsee am 6. Spieltag der EM-Qualifikation in Krefeld-Uerdingen als derzeitige Nummer 2 den direkten Tabellennachbarn Frankreich, der auf platz 3 liegt. Beide Teams kämpfen in der Gruppe A im Direktvergleich um das letzte der acht Frauen-EM-Tickets für die EM-Endrunde im niederländischen Eindhoven vom 16. bis 29. Januar 2012.
Heute nachmittag dürfte allerdings mit deutlich mehr Gegenwehr als im Slowakei-Spiel zu rechnen sein, das vor drei monaten an gleicher Stelle statt fand: Die in den 1980er Jahren zweimal mit Bronze bedachte französische Auswahl hat die letzte Chance auf das EM-Ticket und will nach einer langen Durstrecke endlich wieder einmal gegen Deutschland gewinnen. Bereits dreimal hat die DSV-Auswahl dem Nachbarland mit Siegen im direkten Duell den Sprung auf das EM-Turnier und das seit 2003 verwehrt, zuletzt 2010 beim Qualifikationsturnier im norditalienischen Imperia. Dieses Szenario kann sich bei der nun erstmals in Rundenspielen ausgetragenen Qualifikation für 2012 wiederholen. Vermutlich werden die Gäste ihre Chance in einem harten Pressing suchen, das zuletzt angesichts der spielerischen Vorteile der deutschen Mannschaft allerdings keinen Erfolg gehabt hat.
Auf dem Weg nach Eindhoven und der 14. EM-Teilnahme in Folge sind die deutschen Frauen noch nicht durch, vor dem morgigen Duell aber sichtbar im Vorteil: Sie liegen in der Tabelle der Gruppe A mit drei Siegen in fünf Spielen auf Rang zwei hinter dem verlustpunktfreien Spitzenreiter Ungarn. Frankreich folgt mit zwei Siegen aus den beiden Partien gegen die Slowakei auf Rang drei und hat damit noch eine letzte Chance. Allerdings: Nach dem 16:8-Auswärtserfolg der DSV-Sieben zum Auftakt im französischen Lille könnte sich die Sieben von Trainer René Reimann dank dieses klaren Vorteils im Direktvergleich in der morgigen Partien sogar eine Sieben-Tore-Niederlage leisten, um in der Endtabelle der Gruppe A doch noch weiter knapp vor den Gästen zu bleiben – doch das wollen die deutschen damen natürlich nicht, sie wollen selber gewinnen.
Im internationalen Frauen-Wasserball ging es zuletzt äußerst torreich zu, wobei die insbesondere die deutsche Mannschaft wiederholt Partien mit regelrechten Handball-Resultaten spielte. Durchaus gravierend könnten sich am Waldsee personelle Schwächungen auswirken: Es fehlt mit Spielführerin Carmen Gelse (Hannnoverscher SV) eine absolute Schlüsselspielerin. Für ein warnendes Bespiel hat im April der frühere deutsche Frauen-Bundestrainer Marcel ter Bals gesorgt: Der unterlag im Europapokalfinale um die LEN-Trophy mit seinem Klubteam vom ZPC Het Ravijn (Niederlande) nach einem 12:5-Erfolg im Hinspiel gegen Rapallo Nuoto beim Rückkampf nach einer völlig verkorksten Partie noch mit 3:12. Doch die Clubs sind das eine, die nationalmannschaft doch etwas anderes.
Daß Krefeld ein toller Standorte im deutschen Frauen-Wasserball ist, hat sich in der zu Ende gehenden Saison nicht nur an den Erfolgen der Ligamannschaft der SV Bayer 08 Uerdingen in den vergangenen Jahren und den zahlreichen Lehrgängen der drei Nationalteams am Waldsee in der jüngsten Vergangenheit gezeigt: Bereits im Frühjahr hat das erste von den drei Heimspielen der deutschen Nationalmannschaften in der EM-Qualifikation in der Bayer-Traglufthalle stattgefunden, wobei es einen deutlichen 26:7-Erfolg gegen das aktuelle Gruppenschlußlicht Slowakei gab. Auch für die entscheidende Partie um das EM-Ticket geht der DSV wieder nach Uerdingen, und es gibt für kräftige Zuschauerunterstützung, die sicher zu erwarten ist, auch freien Eintritt.
Quelle: Wolfgang Philipps (www.waterpolo-world.com)


















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