Deutscher Meister gleich mit drei dicken Brocken
Champions League: Spandau 04 Berlin empfängt Jug Dubrovnik
Berlin. Für die Männermannschaft von Rekordmeister Spandau 04 Berlin beginnt die Saison gleich mit einem echten Hammer: In der Schöneberger Sport- und Lehrschwimmhalle trifft der deutsche Meister zum Auftakt der Gruppenphase der 16 besten Teams aus Europa in der Gruppe B Champions League auf Kroatiens Titelträger Jug Dubrovnik. Ab 19 Uhr geht das sportlich hochkarätige Spektakel über die Bühne. Die Gäste wollen zudem mit gut 100 Fans in die Bundeshauptstadt reisen – Spannung ist da programmiert, zumal für diese Gruppenphase die Berliner auf Grund des spanischen Teilnahmeverzichts erstmals gesetzt wurden. Sie sparten sich so die ersten zwei Qualifikationsrunden, in denen beispielsweise Liga-Rivale ASC Duisburg auf der Strecke blieb.
Dass gleich zum Anfang Dubrovnik kommt, ist laut 04-Manager Peter Röhle ein „echter Charaktertest und eine Standortbestimmung“. „Jetzt haben wir morgen Abend eine Chance, ein Zeichen zu setzen und müssen dabei so heiß und hungrig sein, wie es ein möglicher Erfolg verlangt“, verdeutlicht er die Situation für das Team von Nebojsa Novoselac, zugleich Co-Trainer der deutschen Männernationalmannschaft.
Dabei wollen die Berliner keine Angst vor großen Namen zeigen, und zwar schon morgen im ersten Spiel. „Verloren hat nur der, der schon vorher aufgibt“, macht der Trainer seiner Mannschaft Mut. Die ist personell gegenüber dem Vorjahr auf nur wenigen, aber wohl wichtigen Positionen verändert. Nicht mehr in Berlin spielen die im Vorjahr von Röhle geholten Ausländer Linkshänder Milan Petrovic aus Serbien und Tamas Kuncz (Ungarn, der nach Magdeburg gewechselt ist) den Verein von der Spree. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die beide die Erwartungen von Trainer und Präsident, Hagen Stamm, nur phasenweise erfüllen konnten.
Außerdem verliesen die jungen Nachwuchshoffnungen und ehemaligen Junioren-Nationalspieler David Kleine (22 Jahre/zum OSC Potsdam) und Jeldrik Biegel (21/zum SC Wedding Berlin) den Club des Serienmeisters – sie versprechen sich jetzt mehr Spielpraxis, statt die Rolle der Bankdrücker, die ihnen unter Novoselac öfters wiederfahren war.
Röhle glaubt, dass „die wichtigen Führungsspieler gehalten werden, und mit Hannes Schulz ein Nationalspieler vom OSC Potsdam nach Berlin geholt werden konnte – so hält sich der Substanzverlust in Grenzen.“ Ob das so ist, wird sich morgen das erste Mal zeigen. Zudem wurde der Jung-Serbe Petar Markovic, ein 17-jähriger talentierter Centerspieler, verpflichtet – ein Mann für die Zukunft wie der Teammanager glaubt – doch da muss man wirklich abwarten, wie sich das vermeintliche Talent in Berlin entwickelt.
Realität ist aber, dass die Berliner kein Losglück hatten: Denn auch die beiden anderen Gruppen-Kontrahenten haben es in sich. Mit Mladost Zagreb, dem Champions League-Dritten der Vorsaison, den Wasserfreunde eine weitere kroatische Spitzenmannschaft, und Serbiens Vize VK Vojvodina Novi Sad ist ebenfalls ein Team der besten jugoslawischen Wasserballschule.
Vor allem die Meriten der beiden kroatischen Klubs sind beeindruckend und können die in den vergangenen Jahren zwar national weiterhin dominanten, aber international bestenfalls Mittelmaß darstellenden Spandauer vor Ehrfurcht erstarren lassen. Jug Dubrovnik, 1923 gegründet, gilt, gemessen an der Trophäenanzahl, als aktuell erfolgreichster Wasserballverein der Welt. Mladost Zagreb steht dem wenig nach, und ist mit sieben Europacup-Pokalen numerisch betrachtet sogar noch stärker. Das serbische Novi Sad hat seine Klasse jüngst in der Champions League pikanterweise dadurch bewiesen, dass es den deutsche Vizemeister ASC Duisburg, der Spandau in der vergangenen Finalserie so zugesetzt hatte, souverän mit 10:6 aus dem Wettbewerb warf.
Die ersten beiden Plätze in der Vierergruppe bedeuten nach Hin- und Rückspielen den Einzug ins Viertelfinale. Dort würden die Spandauer gerne wieder hin, doch letztmals gelang das 2002/2003. Damals schafften sie sogar noch den Sprung ins Final Four nach Genua. Danach verabschiedeten sich die Männer von der Havel aus der Crème de la Crème des Kontinents, wurden Stammgast in der CL-Qualifikation und scheiterten dort l in unschöner Regelmäßigkeit, um anschließend auch in der LEN-Trophy in der Regel – vom Halbfinale vor zwei Jahren abgesehen – keine Bäume auszureißen.
Das zweite Spiel wird die Berliner am 09. November nach NoviSad führen, wo dann der Gegner VK Vojvodina NOVI SAD (SRB) heißt. Und schon eine Woche nach dem Auftakt der Champions League, starten die Wasserfreunde aus Berlin dann auch in die Deutsche Wasserball-Liga – mit einem „Auswärtsspiel“ beim Stadtrivale SC Wedding Berlin.
Das komplette Spandauer Aufgebot:
Alexander Tchigir/ Tim Höhne – Erik Bukowski, Erik Miers, Fabian Schroedter,, Marko Stamm, Marc Politze, Dennis Eidner, Moritz Oeler, Andreas Schlotterbeck, Tobias Gietz, Hannes Schulz, Maurice Jüngling, Marko Bolovic, Florian Naroska, Petar Markovic. Trainer: Nebojsa Novoselac/Co-Trainer: Claus Semmele.


















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