Mit Einzug in Runde drei winken die ganz großen Teams
Turbo-Cup, Männer: Überraschungen sind sicher avisiert
Bochum/Hannover/Brandenburg. Neben dem Start an einigen DWL-Schauplätzen in der Gruppe A, kommt es am Sonnabend auch zur Ausspielung der 2. Runde des Turbo-Cups (40. deutscher Wasserball-Pokal) der Männer. Doch es werden nur sechs der acht jüngst ausgelosten Partien gespielt, und zwar sechs am Sonnabend, zwei später. Die Partien zwischen den DWL-Ligisten SV Krefeld 72 und Duisburg 98, beide aus der Gruppe B, und zudem ein rheinisches Derby mit viel Brisanz, wird erst am Sonntag, den 13. November 2011 um 18 Uhr im Badezentrum Bockum gespielt. Der Grund ist simpel: Beide Teams starten am Wochenende beim DWL-Vorbereitunsgturnier, den Rölfspartnercup in Hamm, wo gleich vier DWL-Ligisten und ein Team aus der 2. Liga West ihre Kräfte messen.
Noch nicht genauer terminiert, aber schon in den Januar 2012 verlegt worden ist die achte Partie zwischen der WU Magdeburg und der SG Neukölln Berlin aus der Hauptstadt um sie dann wieder in der Schwimmhalle Große Diesdorfer Straße spielen zu können. Auch die Neuköllner reisen nach Hamm.
In der 2. Runde am Wochenende steigen auch die Erstligisten der B-Gruppe der DWL mit in den Pokalwettkampf ein. Nach Sanierungsarbeiten wird im wiederöffnete Bochumer Uni-Bad um 14.30 Uhr West-Oberligist SV Blau-Weiß Bochum (Platz 4) nur krasser Außenseiter gegen den Überraschungs-Vorjahresdritten SV Cannstatt sein.
„Klar, wir sind Favorit,“ meint Cannstatts Trainer Andras Feher , der in der Pokal-Partie „einen ersten richtigen Test“ vor der DWL-Saison sieht. Dass dabei ausgerechnet Kapitän Milosav Aleksic und Routinier Peter Ambrus passen müssen, ist nicht optimal. Für die beiden rücken zwei Nachwuchstalente in den Cannstatter Kader: Julian Thran (17 Jahre ) und Lennart Löscher (16). „Sie waren vergangene Woche bei der A-Jugend-Meisterschaft dabei und sollen an die erste Mannschaft herangeführt werden,“ erläutert Feher.
Allerdings werden ihnen keine besonderen Lasten aufgebürdet. Die wichtigsten Aufgaben sollen Marvin Thran und Timo van der Bosch übernehmen: Sie sollen den Bochumer Center Sebastian Hoffmann kaltstellen. „Ich kenne ihn noch aus seiner Zeit beim Vizemeister ASC Duisburg. Er ist gefährlich“, weiß Feher. Ein dickes Fragezeichen auf Cannstatter Seite steht noch hinter dem Debut des britischen Nationalspieler Ciaran James. Ihn plagen Schulterprobleme.
Zwei Stunden später, um 16.30 Uhr, trifft, eingebettet in die DM-B-Vorrunde, das Team aus der LG Nord, die White Sharks Hannover, zu Hause im heimischen Sportleistungszentrum auf den NRW-Oberligameister und den überraschenden NRW-Pokalgewinner 2011, den SV Rheinhausen, der zudem inzwischen in die 2. Liga West aufgestiegen ist. Wollen die Hannoveraner ihren Anspruch gerecht werden, und mindestens die 3. Runde erreichen, wie Trainer Mike Bartels jüngst verkündet hatte, dann kann es nur das Ziel geben, einen Sieg einzufahren, wie in Runde 1 gegen die SG Wasserball Dresden (17:4). Doch das wird gegen die Westdeutschen kein Zuckerschlecken, und sicher um einiges schwerer.
Nach dem WSV Ludwigshafen (2. Liga Süd) bereits geschlagen wurde, trifft die SGW Brandenburg mit der SGW Leimen/Mannheim auf den DWL-Absteiger, der ebenfalls aus dem Süden der Republik kommt.. Nichtsdestotrotz gelten die Badener als Favorit, Spielbeginn im Marienbad in Brandenburg ist um 17 Uhr, der Einlass eine halbe Stunde vorher.Die Brandenburger haben mit den Süddeutschen noch eine Rechnung zu begleichen: Vor zwei Jahren gab es diese Paarung schon einmal in der 2. Runde des Turbo-Pokals, allerdings mit umgekehrtem Heimrecht. Damals schieden die Havelstädter nach Verlängerung aus.
„Die Mannschaft brennt darauf, sich für diese Niederlage zu rächen und erstmals in Runde drei einzuziehen”, ist sich Spielertrainer Sascha Mischur sicher. Fraglich ist aber der Einsatz von Christian Hehr, der nach einer schweren Fingerverletzung erst eine einzige Trainingseinheit absolviert hat. Fragezeichen stehen auch hinter Patrick Hehr, Rene Oldenburg und Marco Förster, die allesamt erkrankt sind. „Die letzten Trainingseindrücke werden darüber entscheiden, wer spielen kann und natürlich die Einschätzungen der Spieler selbst”, muss Mischur mit den obligatorischen Problemen leben.
In der Partie Stadtwerke München gegen den SSV Esslingen gib es nur einen Favoriten, die Gäste aus Schwaben. Der 7. Der 2. Liga Süd (sieben Siege /10 Niederlagen /drei Unentschieden) muss im Bad des Anton-Fingerle-Schulzentrum schon alle Register zziehen und einen sensationellen Tag erwischen, wenn er den DWL-B-Ligisten in eine große Verlegenheit stürzen wollte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Gast nach mehreren Wochen Grundlagen- und Ausdauertraining sowie einem Trainingsturnier im heimischen Vereinsbad auf der Neckarinsel mit Würzburg und Weiden, und jüngst Cannstt und einem italenischen Zweitligisten, und einem weiteren Auftritt in Duisburg, wohl einen klaren Sieg einfahren wird, los geht es in München um 17.30 Uhr.
SC Wasserfreunde Fulda gegen DWL-Ligist Laatzen, das hat es in sich: Die beiden Kontrahenten kennen sich bestens, denn sie absolvierten in der letzten Saison ein gemeinsames Trainingswochenende in Fulda und standen sich am Saisonende im Aufstiegsturnier zur DWL gegenüber. Die Wasserfreunde unterlagen nach spannendem Spielverlauf 9:11, und verbleiben in der 2. Liga Süd. Die Mannschaft des Trainergespanns Schunke/Hohmann sinnt wohl nicht nur deswegen auf Revanche. „Laatzen ist extrem schwimmstark, hier müssen wir besonders aufpassen“, weiß Jugendnationalspieler Marvin Hohmann, der im Aufstiegsturnier zwei Treffer gegen die Niedersachsen erzielen konnte. Hinzu kommt, dass der Gegner bereits seit Jahren in dieser Besetzung zusammenspielt und mittlerweile sehr homogen auftritt. „Wir brauchen eine geschlossene Mannschaftsleistung, jeder Schwachpunkt wird bestraft werden“, sagt Trainer Volker Schunke. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich Laatzen punktuell verstärkt.
Doch auch Fulda braucht sich nicht zu verstecken. „Wir haben eine sehr gute Vorbereitung gehabt“, erklärt Andreas Hohmann, der den Wasserfreunde einige umfangreiche Schwimmprogramme verordnet hat. In Runde 1 bezwang Fulda den WSV Bocholt 24:7. Am Samstag werden Hohmann/Schunke auf alle Stammspieler zurückgreifen können, allein der Einsatz von Torwart Laszlo Csanyi steht noch in den Sternen.
Mit Spannung wird auch die Partie SV Poseidon Hamburg (Absteiger DWL-Gruppe B) – nun 2. Liga Nord – gegen die Hessen vom VfB Friedberg erwartet um 20.30 Uhr im Hamburger Dulsberg-Bad erwartet. Abzuwarten ist, wie die Norddeutschen den Abgang der Weik-Brüder und von Yannik Arnold verkraftet haben, denn damit sind Trainer Lutz Müller wichtige Stützen weggebrochen. Die Hessen mit Trainer Rainer Goy aus sind formal der Außenseiter, sollten aber als 6. der abgelaufenen Saison in der 2. Liga Süd nicht unterschätzt werden, sonst könnt es für die Nordlichter ein böses Erwachen geben.


















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