SV Lünen 08 mit Novum bei Deutscher Vorrunde
DM-Vorrunde, Ju B: Auch Potsdam fährt zur Endrunde
Kamen. Die B-Jugend Wasserballer des SV Lünen 08 (6:0) erspielten sich bei der Vorrunde zur deutschen Meisterschaft überraschend verlustpunktfrei den Turniersieg und qualifizierte sich zusammen mit dem OSC Potsdam (4:2) für das Finalturnier um den Meistertitel. Das hat es in den letzten Jahren nicht gegeben, das ein Vierter einer LG-Runde nach einer DM-Vorrunde ganz oben stand, was so ein Novum darstellt. Der Dritte, SSV Esslingen (2:4), und Westmeister Düsseldorfer SC (0:6) als Vierter schieden hingegen aus.
Vom 11. bis 13. November werden die Lünener und Potsdamer Jungs nun mit den Wfr. Spandau 04 Berlin, den ASC Duisburg, White Sharks Hannover und der SG Neukölln Berlin um die deutschen Medaillen wetteifern, der Spielort der Endrunde ist aber noch offen.
Die Vorrunde in Kamen nahm einen ungewöhnlichen Verlauf. Der als westdeutscher Meister eigentlich favorisierte Düsseldorfer SC wurde dieser Rolle zu keinem Zeitpunkt gerecht und verlor seine drei Begegnungen klar, während Gastgeber Lünen als West-Vierter sich prächtig verkaufte. Vor dem Turnier, das Lünen mit viel Lob von offizieller Seite in Kamen ausrichtete, ernannten sich die Gästeteams selbst oder gegenseitig zum Turnierfavoriten.
Der B-Jugend des SV Lünen sprach man als vierter der Westdeutschen Meisterschaften keine nennenswerten Chancen zu, wie sich doch viel täuschten. Zumal durch den Umzug ins Lippebad der Mannschaft die Trainingszeit von vier Wasserstunden auf 2,5 Stunden gekürzt wurde. Lünens Trainer Sebastian Bell: “Die Vorbereitung musste weitgehend bei Trainingsspielen auswärts oder in Kooperation mit der Herrenmannschaft durchgeführt werden. Daher kam uns die Außenseiterrolle sehr gelegen.”
Im ersten Turnierspiel am Samstag Mittag traf Lünen auf den NRW-Meister Düsseldorfer SC. Von der Papierform her Außenseiter. So wurde von den Trainern eine stabile Defensive gefordert. Es galt bei den ersatzgeschwächten Düsseldorfern den griechischen Nationalspieler und Center Kostas Gouvis auszuschalten ohne dieRäume für die restlichen Angreifer zu öffnen. Die SVLer setzten die ausgegebene Taktik sowohl in Verteidigung als auch im Angriff in vollem Umfang um und siegten mit 14:5. Nur fünf Gegentore – kein Treffer von Gouvis – der SVL war im Turnier angekommen. Im Angriff überzeugte Lars Wendel.
Am Samstagsbend gegen den Vizemeister aus der Landesgruppe Ost, dem OSC Potsdam, sollte die Vorentscheidung um den Turniersieg und die Qualifikation zur Deutschen fallen, dachten alle. Der OSC begann zwar stark gegen die Westfalen und ging rasch 3:0 in Front, verlor danach aber den Faden. In einer wechselhaften Partie lagen die Potsdamer im zweiten Viertel 4:8 in Rückstand, übernahmen aber nach fünf Treffern in Folge mit 9:8 wieder die Führung. Den längeren Atem hatte allerdings Lünen und siegte nach hartem Kampf gegen die junge, aber robuste Mannschaft des OSC mit 15:11.
Mit welchen Einsatz beide Mannschaften spielten zeigten 26 (!) Persönliche Fehler auf dem Spielberichtsbogen. Durch die hohe Foulbelastung erlebten die Lünener Arne Borgschulze und Lars Wendel sowie drei Potsdamer das Spielende nur vom Beckenrand aus. Den Sieg sicherte die besser besetzte Bank des Gastgebers und Nationalspieler Marcel Schnabl.
Am Sonnatg hatte der SSV Esslingen nur noch theoretische Chancen den SV Lünen abzufangen: Die Schwaben hätten mit 18 Toren Differenz gegen Lünen gewinnen oder auf eine Niederlage von Potsdam hoffen müssen, beides trat nicht ein. Nach einer zerfahrenen Anfangsphase besann sich das Team des SV Lünen wieder auf die mannschaftlich geschlossene Spielweise vom Vortag und siegte auch hier verdient mit 14:10 Toren.
Die Sensation aus dem Vorjahr – wo sich Lünen auch als Vierter im Westen für diedeutsche Vorrunde qualifizierte und die Endrunde erreichte – war wiederholt, nur das diesmal in der Vorrunde sogar der 1. Platz heraus sprang – das hat es in der Form in NRW wohl so noch nicht gegeben.
„Insgesamt war die mannschaftliche Geschlossenheit der Schlüssel zu Erfolg. Schwächephasen einzelner Spieler oder Fehler wurden umgehend durch die ganze Mannschaft aufgefangen. Wir wollen und können hier keinen Spieler hervorheben. Die Jungs haben gezeigt, dass wir keine Mannschaft für eine Saison sind, sondern
Substanz im Team haben und Erfolge wiederholen können und wollen“, stellte Trainer Sebastain Bell nach
dem unfreiwilligen “Bad” mit der Mannschaft fest.
Für die Spieler geht es am nach einer kurzen Erholungsphase ab Donnerstag in die direkte Vorbereitung. Die Bädergesellschaft hat sich hier als Partner der Sports schnell und unbürokratisch bereit erklärt, in den Herbstferien des Mannschaft am Vormittag das Sportbecken zur Verfügung zu stellen das sonst durch
die Schulen belegt ist.
Aufstellungen:
Lünen spielte mit: Koschmieder, Schnabl, Borgschulze, Grochla, Wendel, Harder, Muhlberg, Feldmann, Bardmann, Arto, Richter, Götze, Prüske, Köhling, Stoldt. Trainer: Sebastian Bell, Kevin Götze, Alexander Kampmann.Potsdam spielte mit: Potsdam: Lion Zeisberg, Maximilian Reihs (2), Philipp Boreck (3), Henry Jaeschke (3), Julian Drachenberg (4), Sascha Herold (3), Lukas Küppers (12), Leonard Grütte (3), Phillip Eckelmann, Ferdinand Korbel (6), Gabriel Satanovsky (2). Trainer: Peter Driske


















Kommentar hinterlassen
Um Kommentare verfassen zu dürfen müssen Sie sich einloggen.