In Spitzenstadt geht es rund – Live-Ticker in Aktion
DM. Ju D: SVV Plauen möchte guter Gastgeber sein – auch 2. Liga

Der SVV Plauen hofft ab heute bei der D-Jugend-Endrunde auf eine Medaille, vielleicht geling aber die ganz große Sensation in eigener Halle. Foto: Ralf Fischbach
Als einer der Außenseiter geht die Mannschaft vom SC Wedding Berlin in das Turnier im Vogtland. Das Team des Trainergespanns Jürgen Purschke/Robert Kleinschmidt hat sich als Vierter der Ostdeutschen Meisterschaft doch etwas überraschend für die Endrunde qualifiziert. Bei der Ostdeutschen Meisterschaft, übrigens auch in Plauen gespielt, und das dürfte dann als ein gutes Omen gewertet werden, schlugen die Weddinger Stadtrivale Neukölln Berlin aus dem Rennen um Platz 4.
Erst da wurde wohl Trainer Jürgen Purschke richtig bewusst, dass da heuer nach langer, langer Pause wieder mal etwas mehr gehen könnte für die Nord-Berliner. Auch Trainer-Urgestein Gerhard Thiedke, der die Berliner Stadtmannschaft betreut, musste noch in Plauen kräftig Überzeugungsarbeit leisten und behielt Recht. Denn noch besser lief es zur deutschen Vorrunde, die Wedding dann zu Hause im Kombibad ausrichtete. Dass man gegen den starken OSC Potsdam keine Chance haben würde, war klar, dass es aber zu Siegen gegen Bayer Uerdingen (West 2) und auch Hellas Hildesheim (Nord 2) reichen würde, überraschte doch. Stützen der Mannschaft waren Kapitän Marcel Heitele, der mit Filip Anderle und Raul Duvnjak auch in der Berliner Stadtauswahl vertreten ist.
Die von Andreas Schlotterbeck und Slawomir Andruszkiewicz betreute Mannschaft von Spandau 04 Berlin konnte nicht an die ganz großen Erfolge anderer Jahrgänge des Traditionsvereins anknüpfen. Und doch steigerte sich die recht junge Mannschaft, die heuer von den Experten nicht auf einen Medaillenrang gesehen wird, immer dann, wenn es notwendig war. So wurde sie zur Ostdeutschen Meisterschaft zwar nur Dritter, konnte aber beim deutschen Vorrundenturnier in Weiden die Bayern aus der Oberpfalz knapp (15:13) sowie am Sonntag den SV Derne (18:11) klar bezwingen und sicherte sich hinter den sehr starken White Sharks Hannover Vorrundenplatz zwei und so das Endrundenticket. Sie sind auch am Wochenende die “Wundertüte” des Turniers.
Die Gäste aus dem Norden, schon mit viel Vorschusslorbeeren bei der Norddeutschen Meisterschaft bedacht, zeigten sich in Weiden unter Trainer Mike Bartels allen anderen Teams haushoch überlegen, was aufgrund der Platzierungen im erstmals ausgetragen Deutschen Pokal (Platz 2) zwar erwartet wurden war, aber nicht in der Deutlichkeit. Damit sind die schnellen Niedersachsen eins von zwei Teams, die aber richtig ernsthaft um den Titel mitspielen werden – da kann man ziemlich sicher sein, wenn nicht personelle Probleme das erwartetet Abschneiden verhindern sollten. Hannover scheint, auch aus der Erfahrung im Deutschen Pokal, bestens gerüstet.
Der andere große Favorit heißt OSC Potsdam. Der souveräne Gewinner der Ostdeutschen Meisterschaft und des Ostdeutschen Pokals im Sommer mit Trainer Philipp Uhlig ist in dem Altersbereich so etwas wie eine Bank. Nach dem die OSCer bereits in der C-Jugend Meister wurden, wollen die Brandenburger die Medaillenambitionen, besser gesagt die Titelambitionen, nun in der D-Jugend fortsetzen – Uhlig hat wirklich eine schlagkräftige Mannschaft zusammen, die zuletzt auch noch den Kalle-Albrecht-Pokal in Gera fast identischer Zusammensetzung gewann, und das vor den Sachsen und dem Land Berlin.
Im Westen sicherte sich Düsseldorf den Meistertitel in NRW vor Vorjahresmeister Bayer Uerdingen und dem SV Derne aus Dortmund und dem ASC Duisburg. Der Erste und Vierte aus dem Westen hatten es dann in der DM-Vorrunde mit Süd 2 und Ost 2 zu tun. Und da bestätigte sich die von Düsseldorfs Trainer Sebastian Berthold im Vorfeld abgegebene Prophezeiung, dass Düsseldorf sich im Höchstfall Platz 2 sichern kann und weder Duisburg (West 4) noch Cannstatt (Süd 2) etwas gewinnen können. Trotzdem war es für den Düsseldorfer SC ein Erfolg, erstmals in diesem Altersbereich die Endrunde zu erreichen. Ein Medaillenkandidat scheinen die Rheinländer aber nicht zu sein, wie der Trainer jüngst selbst klar stellte. Hannover, Potsdam und Plauen seien viel stärker. “Da können wir nur für die Zukunft lernen“, so Coach Sebastian Berthold.
Bleibt noch der Gastgeber Plauen, der in verschiedenen Altersklassen auf Endrunden vertreten war, aber bisher nur einmal eine Silbermedaille (2003) mit nach Hause nehmen durfte. Nun scheint es so, dass die Vogtländer aus dem Freistaat Sachsen unter Trainer Torsten Schmidt endlich wieder eine schlagkräftige Truppe um Kapitän Lasse Iffland zusammen haben. Im Normalfall können sie Potsdam und Hannover nicht schlagen, aber alle anderen Mannschaften schon.
Sollte aber der Gastgeber den Heimvorteil mit der lautstarken Unterstützung in positive Energien ummünzen können, und Schmidt wirklich einmal alle Spieler gesund zusammen haben, dann könnte neben der erhofften Medaille vielleicht auch was ganz Großes daraus werden. Realistisch scheint Bronze, aber einen Deutschen Meister aus Sachsen hat es seit der Wiedervereinigung nicht gegeben – und es wäre eine ganz große Sensation. Aber erst einmal sind an drei Tagen 15 Turnierspiele im Modus jeder gegen jeder zu absolvieren, und gerade in der Altersklasse können viele Unwägbarkeiten auftreten – für Spannung ist also gesorgt.
Bedauerlich ist, dass es aus dem Süden wieder keine Mannschaft zur Endrunde schaffte. Weder Weiden noch Cannstatt, weder Leimen/Mannheim noch der SSV Esslingen oder Würzburg und das sagt schon was aus, wenn aus den DWL-Vereinen und Spitzenklubs der 2. Liga Süd keiner zur Endrunde kommt. 2008 war in der D-Jugend das letzte Mal mit Fulda ein Südteam auf der Endrunde dabei, wurde aber am Ende auch nur Sechster.
Alle Ansetzungen und später die Ergebnisse der Endrunde findet ihr hier und auch im Live-Ticker auf unserer Seite!


















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