OSC Potsdam ist das nationale Maß aller Dinge
DM-Endrunde Ju D: Silber geht an Plauen – Bronze an Hannover
Plauen. Der OSC Potsdam ist deutschlandweit in der Jugend D das Maß der Dinge: Nach dem Gewinn des Deutschen Pokals, sicherte sich das Team um die Trainer Philip Uhlig/Dennis Richter am Wochenende im vogtländischen Plauen auch ungeschlagen die Deutsche Meisterschaft 2011 und damit das begehrte Double. Im letzten Spiel der 15 Vergleiche umfassenden D-Jugend-Endrunde der Jahrgänge 1998 und jünger schlugen die Brandenburger den Norddeutschen Meister White Sharks Hannover, der zu diesem Zeitpunkt bei einem Sieg mit vier Toren Differenz hätte auch noch Meister werden können, am Ende mit 14:7 (2:1, 2:4, 3:1, 7:1) doch recht deutlich.Damit gingen die Plätze zwei und drei an den SVV Plauen sowie die White Sharks Hannover. Danach folgten der SC Wedding Berlin, zu in konstant aufspielende Jungs von den Wasserfreunden Spandau 04 Berlin sowie die Mannschaft vom Düsseldorfer SC, die gegenüber der Vorrunde keine Leistungssteigerung nachweisen konnte.
Damit gewannen die Uhlig-/Richter-Schützlinge aus Brandenburg alle fünf Turnierspiele sehr souverän – es ist inzwischen der national 11. Titel (8 x Deutsche Meisterschaft, 3 x DSV-Pokal) für den aufstrebenden Verein von der Havel, dem OSC Potsdam. Sie hatten aus ihren Reihen mit Tobias Küttel (Bester Torwart), Daniel Reimer (Bester Spieler) und Jona Lickfeldt (Bester Torschütze /31) auch drei der sieben besten Spieler dieser Endrunde zu bieten. Die anderen vier Plätze im All-Star-Team belegten Hannes Bräutigam (Plauen), Alexander Bayer (WS Hannover), Filip Anderle (Wedding Berlin) sowie Dennis Streleskij (Düsseldorf), die allesamt in ihren Teams Leistungsträger waren und auch die anwesenden Auswahltrainer Stefan Pieske/Uwe Teichmann (DSV C 4) sowie Sabine Kleine/Ralf Fischbach (LG Ost/C 4) begeistern.
Durch die Niederlage im letzten Spiel rutschen die Niedersachsen von den WS Hannover, betreut vom Trio Mike Bartels/Marvin Wawoczny/Jörg Deike, in der Endabrechnung noch auf den 3. Platz ab Warum? Weil die hoch gehandelten Hannoveraner, immerhin Zweite auch schon im Deutschen Pokal und souveräner Gewinner der DM-Vorrunde in Weiden – und das war die eigentliche Sensation des Turniers – am Samstagvormittag nach einer 9:6-Führung zu Beginn des dritten Viertels, das Spiel noch überraschend aus der Hand gaben und mit 14:17 gegen im vierten Abschnitt wie entfesselt aufspielende Vogtländer aus Plauen unterlagen.
Vor allem die kämpferische und nicht für möglich gehaltene spielerische Steigerung brachte dem Team von Torsten Schmidt/Tilo Urbat die Wende, an der hauptsächlich die vogtländischen Leistungsträger Hannes Bräutigam, Karl Lange, Paul Möckel, Max Turger und Lasse Iffland beteiligt waren. Hier verwandelte sich die Plauener Schwimmhalle Stadtbad zum ersten Mal in ein Tollhaus und auch Sprecher Ralf Fischbach (Deutschland-Wasserball) sprach von einem “großen Moment für den sächsischen Wasserball”. 2002 hatte letztmalig eine Plauener Team eine Medaille bei einer Jugend-DM-Endrunde gewonnen.
Da die Vogtländer zudem auch die anderen Vergleiche gegen enttäuschende Düsseldorfer (Westmeister), die aber auch noch das Pech hatten, nach dem dritten Spiel ihren mit Abstand besten Spieler, Dennis Streleskij, wegen eine Wirbelblockade zu verlieren, gegen Wedding und Spandau Berlin gewannen, wuchsen sie ebenfalls zu einem ernsthaften Konkurrenten der Potsdamer heran. Aber auch Trainer Torsten Schmidt und sein Team konnten den OSC Potsdam am Ende nicht wirklich gefährlich werden. Schon nach dem 2. Viertel lagen die Havelstädter mit 9:3 uneinholbar in Front. Gründe: Besserer Torwart, leicht bessere erste Reihe und vor allem auch die Wechselspieler hatten bei Potsdam eine höhere Qualität und konnten so die logischerweise vorhandenen “Wechsellücken” besser füllen.Eine kleine Überraschung war, dass der Ost-Vierte, der SC Wedding Berlin, den man eigentlich gar nicht auf dieser Endrunde erwartet hatte, sich am Ende sogar noch Platz 4 sicherte. Kam der Sieg gegen Düsseldorf mit Trainer Sebastian Berthold, die die mit Abstand jüngste Mannschaft am Start hatten, nur drei Spieler verlassen das Team aus Altersgründen, nicht unerwartet, überraschte das Team von Jürgen Purschke/Robert Kleinschmidt aber mit einem 13:11 gegen ebenfalls nicht die Erwartung erfüllende Spandauer (Ost 3) um Trainer Slawomir Andruszkiewicz/Alexander Kothe. Das Team des nationalen Serienmeisters im Herrenbereich hatte mit nur elf Aktiven den kleinsten Kader und spielte zwar nicht schlecht, aber einfach nicht konstant genug, wirkte nicht wirklich austrainiert und auf den Punkt Top-Fit.
Während Philip Uhlig, Mike Bartels oder auch Sebastian Berthold in Ruhe weiter arbeiten können, steht die Zukunft der Teams aus Plauen und bei Wedding Berlin auf eher „wackligen Beinen“. Während für den Berliner Jürgen Purscke nach eigenen Angaben nach 45 Jahren unterschiedlicher Trainertätigkeit nun der Zeitpunkt gekommen sei, von selbst aufzuhören, er übergibt an Robert Kleinschmidt, ist die Zukunft von Trainer Torsten Schmidt in Plauen eher ungewiss. “Wie und ob überhaupt es im neuen Jahr weiter geht, kann ich heute noch nicht sagen…“, lies sich der wortkarge Görlitzer wenig entlocken. Aber auch bei Wedding gibt es Gerüchte, dass die “besten Spieler” den Verein verlassen wollen.
Insgesamt zog der DSV-Jugendleistungssportreferent Dietmar Niechcial ein positives Fazit der 8. Deutschen Meisterschaften in der Jugend D. Plauen sei ein würdiger Gastgeber gewesen, die Probleme beim Turnier hätten sich in absolut engen Grenzen gehalten. Leichte technische Probleme an der großen Anzeigetafel am Freitag wurden schnell ausgeräumt, dann lief das Championat sehr routiniert ab.
Das Plauener Stadtbad und sein Personal, der SVV Plauen als Ausrichter mit seinen ehrenamtlichen Leuten boten dazu auch optimale Bedingungen. Und das Publikum aus allen Teilen der Republik war sowieso fantastisch. Ob es aber diese Meisterschaft in dieser Form auch 2012 geben wird, ist fraglich. Der Trainerrat arbeitet an einem Positionspapier, dass in diesen Altersbereichen eine durchgreifende Strukturänderung vorsieht. Das muss aber, wenn es fixiert ist, auch vom Fachausschuss noch beschlossen werden.
Alle Ergebnisse der Endrunde und die Tabellen findet ihr hier!
Meisterteam OSC Potsdam: Tobias Knüttel (1), Roman Woelky (1), Leon Bottke (22), Benjamin Ebersbach (5), Levi Gora (7), Lennart Buchholz, Jonas Schäferhoff (2), Florenz Korbel (13), Noah Natzke (1), Thilo Popp (7), Daniel Reimer (24), Jona Lieckfeldt (31), Alexander Schwarze (5), Niklas Karossa, Sascha Seifert. Trainer: Philip Uhlig/Dennis Richter.




















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